Zeitung Heute : Vertriebene Wissenschaft

Im Februar startete im Auftrag und mit Förderung des Präsidenten der TU Berlin das Forschungsprojekt „Vertriebene Wissenschaft an der Technischen Hochschule Berlin 1933 bis 1945“. Es ist am Zentrum für Antisemitismusforschung angesiedelt. Auslöser für dieses Projekt war die Geschichte von Dimitri Stein, der im November 2008 das beendete, was ihm 1943 verwehrt blieb: seine Promotion.

Am 30. Januar 1933 begann mit der Ernennung Adolf Hitlers die Gleichschaltung der Universitäten. Sie erfasste auch die Technische Hochschule Berlin, Vorgängereinrichtung der TU Berlin. „Aufgrund von § 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 entziehe ich Ihnen hiermit die Lehrbefugnis an der Technischen Hochschule Berlin.“ Schreiben mit diesem Inhalt wurden „nichtarischen“ Professoren seit dem Frühjahr 1933 zugestellt. Doch auch das wissenschaftliche Personal war Diskriminierungen ausgesetzt. Ziel des Projektes ist es, die Wissenschaftler ausfindig zu machen, die aus „rassischen“ oder politischen Gründen von der TH Berlin vertrieben wurden, denen der Doktorgrad verweigert oder entzogen wurde. Da der überwiegende Teil des Hochschularchivs im Krieg verloren ging, ist die Leiterin des Projektes, Carina Baganz, auf Mithilfe angewiesen. caba

Betroffene, deren Angehörige oder Bekannte melden sich bitte bei Dr. Carina Baganz, E-Mail: baganz@zfa.kgw.tu-berlin.de

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar