Zeitung Heute : Very British?

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Was wird heute wichtig?

Jubiläum der Brit Awards: Das silberne Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. 1977 war Anlass für die erste Verleihung der Brit Awards. Damals wollte man die erfolgreichsten britischen Musiker und Hits der vorangegangenen 25 Jahre küren. Die Geburtsstunde der Brit Awards war also eine Art patriotischer Akt der britischen Musikindustrie. Heute findet in London die Musikverleihung zum 25. Mal statt und vieles hat sich seit 1977 geändert: Hatten die AwardAnwärter früher noch so lieblich klingende Namen wie Simon & Garfunkel, nennen sie sich nun Franz Ferdinand und stammen aus Schottland. Der Name hinterlässt zunächst einen Beigeschmack. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Band ihren Namen eigentlich einem britischen Rennpferd verdankt. Zur Erinnerung: Franz Ferdinand hieß auch der Erzherzog von Österreich, dessen Ermordung in Sarajevo am 28. Juni 1919 den Ersten Weltkrieg auslöste. Nun gilt die Band selben Namens mit fünf Nominierungen als heißester Anwärter auf die Musiktrophäen. Eine schottische Band mit einem österreichischen Namen als Vorzeigeschild britischer Popkultur? Daran wäre 1977 gar nicht zu denken gewesen. Heute sind die Awards längst nicht mehr so britisch. Nur eins ist vermutlich gleich geblieben: Die Queen dürfte wahrscheinlich schon immer einen etwas anderen Musikgeschmack gehabt haben, als die Jury der Brit Awards. bel

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