Zeitung Heute : Viel Licht und Luft durchs Glasdach

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Bei gutem Wetter offen fahren, ohne dass man sich für ein vergleichsweise teures Cabrio entscheiden muss, das kann von vom nächsten Monat an beim neuen Porsche 911 Targa. Denn mit ihm knüpft Porsche an seine alte Targa-Tradition an, die nun mit moderner Technik realisiert wird. Und das bedeutet mehr als nur ein besonders großes Schiebedach.

Denn Porsche hat sich entschlossen, den gesamten Raum zwischen dem Windschutzscheiben-Rahmen und der Motorabdeckung aus Glas zu fertigen - das sind immerhin 1,54 Quadratmeter durchsichtiges Dach, die für viel Licht im Fahrzeuginnern sorgen. Wem das in Verbindung mit der Sonnenwärme im Sommer zu viel wird, der kann sich durch ein spezielles Sonnenschutzrollo davor schützen, das auf Knopfdruck automatisch ein- und ausgefahren wird.

Es ist schon eine beachtliche Fläche, die beim Zurückfahren des Targa-Glasdachs geöffnet wird - rund 0,45 Quadratmeter nämlich und damit etwa die doppelte Fläche, die ein normales Schiebedach freigibt, wie man es zum Beispiel im Porsche Coupé findet. Und man hat sich bei Porsche - mit großem Erfolg übrigens - eine Menge Gedanken gemacht, in welcher Form man dieses Dach optimal öffnet, damit es zu keinen störenden Windgeräuschen kommt. So wird das Dach zuerst elektrisch gesenkt. Anschließend kann es stufenlos in jede gewünschte Position nach hinten gefahren werden, wobei es sich unter die Heckscheibe schiebt. Betätigt werden kann das Dach wahlweise per Knopfdruck vom Fahrzeug aus oder auch per Funk-Fernbedienung mit dem Fahrzeugschlüssel.

Überzeugend bei der Fahrt mit offenem Dach ist, wie gering die Windgeräusche sind. Zudem ist es im Wageninnern fast völlig zugfrei. Trotzdem kommt so etwas wie Cabrio-Feeling auf, denn die Dachöffnung kommt einem bei flotter Fahrt größer vor als sie es tatsächlich ist. Dazu tragen natürlich die besondere Lichtverhältnisse in diesem Auto bei, das ideal für all die Fahrer ist, die auch im Winter gern einmal einen überraschenden Sonnenstrahl genießen wollen. Und wenn das Dach geschlossen ist, muss man sich - im Unterschied zum zwangsläufig ein wenig lauteren Cabrio - beim Targa keine Gedanken um Geräusche aus dem Dachbereich machen. Denn der Targa unterscheidet sich dank aufwändiger Dichtungstechnik in nichts von dem Coupé, das übrigens die Basis für dieses neue Modell im Porsche-Programm ist.

Doch das große Dach in der gläsernen Kuppel des 911 Targa ist nicht die einzige Überraschung, die Porsche zu bieten hat. Denn erstmals kann man bei einem Elfer auch die Heckscheibe aufklappen. Dafür muss man sie nach dem Entriegeln nur kurz anheben - die weitere Arbeit übernehmen Gasdruckfedern. Bei geöffneter Scheibe hat man einen sehr viel bequemeren Zugang zum Ablageraum im Fond des 911 Targa, der bis zu 230 Liter fasst. Übrigens werden beim Öffnen automatisch zwei Fond-Innenleuchten eingeschaltet und das Schließen ist dank elektrischer Zuziehhilfe mit den Fingerspitzen möglich.

Abgesehen von seinem Glasdach und der Heckscheibe ist der 911 Targa ein Carrera wie das Coupé, der trotz rund 70 Kilo Mehrgewicht mit seinem 235 kW (320 PS) leistenden 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxer binnen 5,2 Sekunden Tempo 100, binnen 18,3 Sekunden Tempo 20 und maximal Tempo 285 erreichen kann. Für das Targa-Dach muss man auf den Coupé-Preis rund 15 000 DM drauflegen, denn der Targa kostet 159 000 DM. Verglichen mit dem Cabrio spart man also rund 4000 DM.

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