Zeitung Heute : Vielfalt, die bewegt

Robert Ide, Tagesspiegel-Sportchef.
Robert Ide, Tagesspiegel-Sportchef.

Wie soll man sich da entscheiden? Hertha BSC spielt wieder bei den Großen mit und wird dabei heute im Olympiastadion von 60 000 Augenpaaren beobachtet, beim 1. FC Union ist die schmucke, selbst gezimmerte Hütte An der Alten Försterei auch in der Zweiten Liga immer voll. Die Eisbären kurven als Dauermeister übers Eis der Großarena am Ostbahnhof, die Füchse jagen die Konkurrenz nicht nur in der Handball-Bundesliga, sondern auch in der eigenen Stadt. Und selbst wenn für Albas Basketballer die Körbe seit einigen Jahren etwas höher hängen als erhofft, haben sie sich doch ein treues Publikum erspielt. Ja, sogar die Berlin Volleys ziehen inzwischen Tausende ans Netz. So vielfältig ist der Berliner Sport, dass er immer mehr Menschen in seinen Bann schlägt. So wird die Stadt reicher – an spontanen Emotionen und bleibenden Momenten.

Nicht nur die Berliner Spitzenvereine und ihre spielenden Stars sprühen vor Ideen auf den großen Feldern des Sports. Auch immer mehr Breitensportvereine zeigen in der kleinen Öffentlichkeit – ihrer Liga, ihrem Kiez –, wie sich Menschen gegenseitig begeistern können. Mit Kreativität und Wagemut gewinnen sie neue Mitmacher und Mitfieberer. Ehrenamtlich bringen sie Neugierige zum Laufen, die im Sport vielleicht nicht nur die körperliche Betätigung suchen. Sondern Gemeinschaft und Gesellschaft. Gute, innovative Vereine können tatsächlich viel lehren: Wie ein Team funktioniert. Wie man mit Niederlagen umgeht. Welch ein Gewinn Fairness ist. Spielend lässt sich Respekt erwerben – wenn man die Leistung des Anderen respektiert.

Berlin startet sportlich immer wieder durch, sei es in den 2000 Vereinen mit ihren mehr als einer halben Million Mitgliedern oder in den unzähligen Freizeittreffs mit ihren ungezählten Hobby-Enthusiasten. Der Sport muss sich sowohl gegen die Verlockungen eines durchmedialisierten Alltags durchsetzen als auch gegen das vielfältigste Kultur- und Freizeitangebot Deutschlands. Und er muss sich weiter ernsthaft um Kinderschutz und Gesundheitsfürsorge kümmern. Gerade aber mit kreativen Ideen kann er sich immer wieder attraktiv machen: durch bessere Vernetzung mit den Ganztagsschulen, durch verstärkte Integrationsarbeit, durch das Anbieten von Lebenshilfe nach dem Training. Und eben durch das Vertrauen der Vereine in die Kraft, die Sport und Spiel bei jedem Einzelnen entfalten können. Dieses Vertrauen lohnt sich und es soll auch einmal belohnt werden. Zum Beispiel mit dem Innovationspreis des Berliner Sports, mit dem besondere Ideen von besonderen Klubs gewürdigt werden. Oder mit der Berliner Sportlerwahl, bei der auch der Tagesspiegel traditionell die besten Athletinnen und Athleten der Stadt sucht.

Berlins Sport lebt in der Spitze und der Breite von seiner Vielfalt. Sie hält die Stadt in Bewegung, macht sie bunt, und ihre Bewohner halten sich auch im Kopf fit. Mitmachen lohnt sich, vor allem für sich selbst. Unsere Sonderseiten „Sportplatz Berlin“ zeigen Ihnen wieder, wie sich Berlin bewegt. Fertig, los!

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!