Zeitung Heute : Volkssturm übt im Tiergarten

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„In der Hauptrichtung muß mit den Panzerkeilen mutiger und sicherer vorgestoßen werden. Städte und größere Wohnsiedlungen sind zu meiden. Es ist verboten, sich in langwierige frontale Angriffe verwickeln zu lassen. Es muß Klarheit darüber herrschen, daß der Erfolg der Panzerarmeen nur von der mutigen Durchführung und dem Elan der Manöver abhängt.“

(Aus: „Der Kampf um Berlin 1945 in Augenzeugenberichten“, herausgegeben von Peter Gosztony, Karl Rauch Verlag 1970)

Aufruf der Roten Armee an die Zivilbevölkerung: „Berliner! Die Rote Armee steht vor den Toren Berlins! Die Soldaten der Sowjetunion kommen nicht als unsere Feinde, sie kommen als Feinde unserer Unterdrücker und Ausbeuter, als Feinde des Hitlerfaschismus. Berliner, seid tapfer! Fallt den Henkern des deutschen Volkes in den Arm! Rettet, was uns noch verblieben ist!

Schließt Euch zusammen in der Hausgemeinschaft! Verhindert, daß Eure Wohnung zum Widerstandsnest der Nazis wird! Verhindert, Ihr Frauen und Mütter, daß man die Kinder zur Schlachtbank treibt! Verteidigt Euer Haus –, aber gegen Hitler! Und dann – Tod den Spitzeln und Denunzianten! Tod allen Kriegsverlängerern! Ihr seid in der Mehrzahl! Ihr seid eine Macht!

Schließt Euch zusammen in den Betrieben! Verhindert den Ausbau von Maschinenteilen! Verhindert die Sprengung Eures Betriebes! Verhindert, daß man Euch Euren Lohn und Brot für lange Zeit zerstört! Verteidigt Euren Betrieb –, aber gegen Hitler! Und dann – Tod allen Unternehmerknechten! Tod denen, die ihr Leben schon längst verwirkt haben! Ihr seid in der Mehrzahl! Ihr seid eine Macht!“

(Zitiert nach „Zerstört, besiegt, befreit“, Edition Hentrich/Fröhlich & Kaufmann, Berlin 1985)

Neue Zürcher Zeitung: „Bei den Übungen von Militär und Volkssturm, denen jeder Passant zusehen kann, gewinnt man den Eindruck körperlicher Schwäche der Beteiligten. Es werden in Ruinen Häuserkämpfe und im Tiergarten Waldgefechte geübt. Die Männer sind oft weder uniformiert noch bewaffnet. Sie schleichen durch das Gelände und markieren das Maschinengewehrfeuer, indem sie mit Stöcken auf leere Blechbüchsen schlagen ...“

(Zitiert nach „Chronik Berlin“, Chronik-Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/München 1986)

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