Zeitung Heute : Volkswagen: Der Kleinbus-Klassiker kommt von VW

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Im vergangenen Frühjahr hat man in Wolfsburg ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert. Denn der VW-Transporter wurde 50 Jahre alt. Er wurde nicht nur zum Trendsetter in der Transporterklasse, sondern auch zum Vater jener Fahrzeuge, die bald darauf als Kleinbusse Karriere machen sollten. Heute noch unvergessen ist der 1951 erstmals vorgestellte berühmte zweifarbig lackierte Samba-Bus mit seinen großen Glasflächen, der in seinem lichtdurchfluteten Innenraum einer kompletten Großfamilie Platz bot. Der Kleinbus von Volkswagen war lange Zeit bei uns das Fahrzeug der Wahl, wenn man mehr als fünf Personen bequem in einem Auto unterbringen musste. Und mit jeder neuen Generation des VW-Transporters kam auch ein neuer Kleinbus, dessen derzeit aktuelle vierte Generation als Volkswagen Caravelle heute zu den Kleinbus-Klassikern gehört. Im Unterschied zu den reinen Nutzfahrzeug-Versionen des VW-Transporters hat der Caravelle sogar seit sechs Jahren ein eigens Gesicht und einen verlängerten Vorderwagen, der unter anderem Platz für den kraftvollen V6-Motor von Volkswagen bietet - und damit für die leistungsstärkste Version des Caravelle natürlich auch die Voraussetzungen für Fahrleistungen eines kraftvollen Sechszylinder-Reisewagens schafft.

Wenn man den Caravelle als Klassiker bezeichnet, muss man allerdings ein wenig differenzieren. Denn klassisch im strengen Sinn ist heute nur noch die Herkunft des Caravelle und seiner mehr freizeitorientierten Multivan-Varianten, die erst vor zwei Jahren gründlich überarbeitet wurden. Wie alle anderen Kleinbusse nämlich leitet sich seine Konstruktion von einem Nutzfahrzeug ab, wie ein kurzer Blick auf sein Chassis bestätigt. Diese Nutzfahrzeug-Herkunft war zwar sehr praktisch für kostengünstige Kleinbus-Varianten zahlreicher Transporter, bedeutete aber auch, dass die Fahreigenschaften solcher Kleinbusse eben Nutzfahrzeug-Charakter hatten. Das galt für Fahrsicherheit und Fahrkomfort ebenso wie das Handling und auch das Geräuschniveau und schließlich die Ausstattung. Diese Charakterzüge tragen auch heute noch die meisten sogenannten Kombi-Varianten, die einfach ausgestattete preiswerte Fahrzeuge für den Personentransport sind.

Der Caravelle von Volkswagen allerdings hat eine interessante Entwicklung vollzogen. Denn ihm merkt man seine Herkunft - außer beim Blick auf die Konstruktionszeichnungen - heute kaum noch an. Ob es um die Ausstattung, die Fahreigenschaften, den Fahrkomfort und das Geräusch geht - der Caravelle gibt sich heute fast so wie ein komfortabler Personenwagen. Damit verwischt sich bei ihm auch die früher einmal recht klare Grenze zwischen dem klassischen Kleinbus und den heutigen Minivans, deren Karriere 1984 mit den inzwischen zu Klassikern gewordenen Modellen Chrysler Voyager und Renault Espace begann. Und mit dem VW Sharan und dem Seat Alhambra ist der VW-Konzern auch in dieser Fahrzeugkategorie längst mit an Bord.

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