Zeitung Heute : Vom Ziel entfernt

Der Tagesspiegel

Von einer Erfolgsgeschichte kann keine Rede sein: Die Arbeit der Liga als Wegbereiterin der arabischen Einheit, eines der großen Gründungsziele, ist nicht gelungen. Am 22. März 1945 in Kairo gegründet, scheiterte der angestrebte Pakt stets an den nationalstaatlichen Interessen und zunehmend auch am islamischen Fundamentalismus. Weitere Ziele der Gründungscharta ist die Förderung der Beziehungen der Mitgliedstaaten auf politischem, kulturellem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet.

Höhepunkt der Streitigkeiten innerhalb der Liga war der ägyptisch-israelische Camp-David-Frieden von 1978/79, der zur Suspendierung der Mitgliedschaft Ägyptens 1979-89 und an der Verlegung des Liga-Sekretariats von Kairo nach Tunis 1979-90 führte. Der von vielen der 22 Mitglieder abgelehnte Führungsanspruch des Irak und dessen Einmarsch in Kuweit 1990 führten zur Spaltung der arabischen Welt und machten die Liga weitgehend bedeutungslos. Auch die auf einem Sondergipfel in Kairo 1996 proklamierte „arabische Solidarität“ angesichts der Regierungsübernahme durch Benjamin Netanjahu in Israel führten zu keiner gemeinsamen Haltung gegenüber Israel. Die Nahost-Frage bleibt demnach die wichtigste Hürde, die auch die arabischen Staaten zu nehmen haben, um in Zukunft eine wichtigere Rolle in der Weltpolitik zu spielen. Wie ernst es den Staaten ist, wird der kommende Gipfel zeigen. ale

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