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Eine Delegation der deutschen Wirtschaft reist nach Tripolis. Wie kommt es, dass Libyen für Deutschland wirtschaftlich so attraktiv ist?

Libyen schwimmt in ÖlDollars und braucht nach jahrelangen Sanktionen praktisch alles, was sich produzieren und bauen lässt. Kein Wunder, dass das Interesse der deutschen Wirtschaft riesig ist. Sechs Wochen nach dem Besuch des Bundeskanzlers nimmt eine Delegation von 200 Vertretern bis Dienstag am 7. Deutsch-Libyschen Wirtschaftsforum in Tripolis teil, darunter 180 Firmenmanager. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ist dies die größte Unternehmergruppe, die jemals in ein arabisches Land reiste. Mit rund fünf Millionen Einwohnern ist Libyen eigentlich ein kleiner Markt. Doch das Land ist reich. Schon heute ist Libyen Deutschlands drittgrößter Öllieferant. Mit Entschädigungszusagen für die Opfer des Bombenanschlags auf die Berliner Diskothek La Belle können deutsche Firmen erstmals seit 1986 wieder staatliche Hermes-Bürgschaften in Anspruch nehmen. Schon ohne diese führte die deutsche Wirtschaft 2003 Waren im Wert von rund einer halben Milliarde Euro nach Libyen aus, in diesem Jahr dürften es 600 Millionen Euro werden. „Libyen ist ein interessanter Markt für praktisch alle Branchen“, sagt BDI-Experte Peter Kreutzberger. Das Spektrum reiche vom Ausbau der Öl- und Gasindustrie über Telekommunikation, Wasserbau und Tourismus bis zum Banken- und Gesundheitswesen. Auch Lieferanten von Konsumgütern könnten mit einem steigenden Wohlstand breiterer Schichten der Libyer auf Absatzchancen hoffen. mis

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