Zeitung Heute : Von Berlin aus die Heimat unterstützen 4500 Sri Lankaner leben in der Stadt — was sie tun

Aliki Nassoufis

Die Familie von Pushpakumara Jayasinghe aus Zehlendorf hatte Glück. Sie lebt auf Sri Lanka, aber nicht am Meer, sondern in den Bergen im Landesinnern. Bekannte von Jayasinghe jedoch waren in der Nähe der Küste zuhause. Sie verloren ihren ganzen Besitz in den Fluten. „Ich kann immer noch nicht fassen, was da in meiner Heimat passiert ist“, sagt Jayasinghe.

Er ist einer von 4500 Sri Lankanern, die nach Angaben der Botschaft Sri Lankas in Berlin leben. Knapp 60 000 sind es in ganz Deutschland. „Etwa 90 Prozent von ihnen sind politische Flüchtlinge“, sagt Ranjith Lochbihler von der Gesellschaft für Konfliktprävention, Demokratie und Minderheitenrechte e.V. in München. Sie setzt sich seit ihrer Gründung 2003 für den Frieden auf Sri Lanka ein.

Politischer Flüchtling war Jayasinghe nicht. Er kam vor 30 Jahren für sein Betriebswirtschaftsstudium nach Berlin und blieb. Am heutigen Sonntag wird er aber nach Sri Lanka fliegen. Denn Jayasinghe ist regelmäßiger Besucher des Buddhistischen Hauses in Frohnau, wo die Mönche Sachspenden für Sri Lanka gesammelt haben. Nun will er sich sich informieren, wo genau noch Hilfe benötigt wird. Im Buddhistischen Haus wissen sie aber auch, dass langfristig ganz andere Hilfe gebraucht wird. Deshalb will der leitende Mönch Bhante Punnaratana Patenschaften für Waisenkinder auf Sri Lanka vermitteln (Tel. 030 / 401 55 80).

Die srilankische Botschaft in Berlin setzt mittlerweile ebenfalls auf längerfristige Hilfe. „Das Verschicken von Kleidung und Nahrungsmitteln ist einfach teurer, als wenn wir es vor Ort kaufen würden“, sagt Botschaftssprecher Kapila Fonsika. Deswegen nimmt die Botschaft nur noch Geldspenden an – und will ebenfalls Partnerschaften, etwa für Waisenkinder, aber auch für zerstörte Schulen – vermitteln. Das werde aufgrund der unübersichtlichen Lage auf Sri Lanka zwar noch einige Zeit dauern, heißt es. Interessierte könnten sich aber schon jetzt bei der Botschaft (Tel. 030 / 80 90 97 49 oder info@srilanka-botschaft.de) melden.

Auch der Honorarkonsul Sri Lankas in München, Hans Hammer, organisiert Hilfe für das Katastrophengebiet (Tel. 089 / 720 12 190). Zur Zeit sucht Hammer große Zelte, damit obdachlose Menschen wieder im Trockenen schlafen können.

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