Zeitung Heute : Von Charlottenburg bis nach Ägypten

Neues von den vier TU-Standorten

El Gouna. Die TU-Außenstelle am Roten Meer soll nächstes Jahr den Betrieb aufnehmen. Foto: TU Berlin/von Kuczkowski
El Gouna. Die TU-Außenstelle am Roten Meer soll nächstes Jahr den Betrieb aufnehmen. Foto: TU Berlin/von Kuczkowski

Campus Charlottenburg

Die Hybrid-Plattform, das zentrale Projekt der beiden Universitäten TU Berlin und UdK Berlin des Campus Charlottenburg, füllt sich mit Leben: Mitte Oktober ging die neue Website online, Anfang November fand ein erstes großes Symposium über eines der ersten gemeinsamen Forschungsprojekte „Rethinking Prototyping“ statt, und mit Kurzvorträgen der Projektmacher starteten am Abend vorher die „Hybrid Talks“. Diese öffentliche Veranstaltungsreihe wird fortgesetzt und zielt darauf, in entspannter Atmosphäre die Projektteilnehmer nicht nur untereinander bekannt zu machen und ins Gespräch zu bringen, sondern sie auch der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen.

Der Berliner Wirtschaftssenat hatte Anfang des Jahres zugesagt, das Projekt Hybrid-Plattform mit 500 000 Euro für die nächsten drei Jahre zu fördern. Forscher unterschiedlichster Disziplinen aus beiden Universitäten sollen sich über die Plattform zusammenfinden, um neue Lösungsansätze für Produkte der Zukunft zu finden, die Querdenken und Perspektivenwechsel erfordern und die ohne diese übergreifende Zusammenarbeit nie zustande kämen: künstlerisch-gestalterisch einerseits und technisch-naturwissenschaftlich andererseits. pp

Weitere Informationen unter

www.hybrid-plattform.org

Campus El Gouna

Die TU Berlin hat eine Außenstelle im ägyptischen El Gouna am Roten Meer eingerichtet, um dort eine Ingenieurausbildung nach deutschen Qualitätsmaßstäben und rechtlichen Bedingungen anzubieten. Anfang 2012 wird der Campus für Konferenzen in Betrieb genommen. Die drei Masterstudiengänge „Energy Engineering“, „Water Engineering“ und „Urban Development“ mit jeweils 30 Studierenden beginnen im Oktober desselben Jahres. Der ursprünglich angedachte Start 2011 wurde aufgrund der Veränderungen im Land und auf Wunsch der ägyptischen Partner verschoben.

Der TU-Absolvent Samih Sawiris, der in Berlin Wirtschaftsingenieurwesen studierte, finanziert Campus, Personal, Labore und Technik. Zukünftig soll sich der Wissenschaftsbetrieb selbst tragen. Pro Semester fallen 5000 Euro Studiengebühren an, die durch ein Stipendienprogramm übernommen werden können. Während den beiden Studiengängen Energietechnik und Wasseringenieurwesen spezielle Labore und eine fast 10 000 Quadratmeter große Fläche auf dem Gelände zur Verfügung stehen, wird für die Stadtplaner El Gouna selbst zum Labor. Sie haben Zugang zu den Plänen von Samih Sawiris, der den Ort mit seinen 15 000 Einwohnern geplant hat. Ein vierter Masterstudiengang im Bereich Gesundheit „Health Care Management“ soll in naher Zukunft folgen. jb

Weitere Informationen unter www.campus-elgouna.tu-berlin.de

Campus Euref

Ab dem Sommersemester 2012 bietet die TU Berlin drei weiterbildende Masterstudiengänge auf dem Euref-Campus am ehemaligen Gasometer in Berlin-Schöneberg an: „Energieeffizientes Bauen und Betreiben von Gebäuden“, „Urbane Mobilitätskonzepte“ und „Urbane Versorgungsinfrastruktur“. Fakultätsübergreifend sollen Fragen der Nachhaltigkeit genauso behandelt werden wie das Innovations- und Projektmanagement.

Der Campus entwickelt sich zusehends: Im September 2011 bezog Günther Jauch mit seiner Talkshow das Gasometer. Der benachbarte Wasserturm wird derzeit für die neuen TU-Studierenden umgebaut. Der Bau eines neuen Hauses für die Industrie hat ebenfalls begonnen. Durch die Firmen vor Ort und den Weiterbau des Campus’ lernen und forschen die Studierenden an konkreten Projekten in einer Art Reallabor. 30 Studenten pro Studiengang sollen jedes Jahr aufgenommen werden. Die Gebühren betragen 5000 Euro pro Semester. jb

Weitere Informationen unter www.campus-euref.tu-berlin.de

Campus Wedding

Im Sommer 2011 wurde „Der Weiße Pavillon“ als neuer Treffpunkt im Technologie- und Innovationspark Berlin (TIB-Gelände) der TU Berlin in Wedding eröffnet. TU-Studierende des Bauingenieurwesens haben ihn in Zusammenarbeit mit Architekturstudierenden entworfen und konstruiert. Er wird als Veranstaltungsort und Studentencafé genutzt. Den Forschenden dient er zur Evaluation des neuen Fassadensystems, in dem erstmalig feuchteunempfindliche und verrottungssichere „Upcycling“-Polyurethan-Pressplatten eingesetzt wurden. Anders als beim Recycling sind „Upcycling“-Produkte höherwertig als der Ausgangsstoff. Auch fanden Polyurethan-Platten bisher nicht im Bauwesen, sondern vor allem im Schiffsbau Verwendung. Gefördert wurde das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

2003 weihte die TU Berlin die Peter-Behrens-Halle auf dem TIB-Gelände ein. Mit ihrer Fertigstellung war der Umbau des ehemaligen AEG-Geländes abgeschlossen. Heute forschen und lehren hier Wissenschaftler unter anderem aus den Bereichen Bauingenieurwesen, KfZ-Technik und Biotechnologie. jb

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!