Zeitung Heute : Von Cicero bis Robbie Williams

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Kreideweiß wurde er, seine Glieder zitterten und das, wo er doch gerade zu einer Anklagerede ansetzen wollte. Aber ein Freund „beendete als rettende Wohltat“ die Sitzung, „weil er mich vor Angst am Ende meiner Kräfte sah“. Cicero selbst, einer der größten Rhetoriker, berichtet in seinem Werk „De oratore“ („Über den Redner“), von dieser schlimmen Lampenfieberattacke zu Beginn seiner Karriere.

Martin Luther sah das alles pragmatischer: „Tritt frisch auf, mach’s Maul auf, und hör bald wieder auf“ war sein Tipp.

Mark Twain analysierte: „Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert vom Augenblick der Geburt bis zu dem Zeitpunkt, wo du aufstehst, um eine Rede zu halten.“

Von Artur Rubinstein heißt es, er hätte behauptet: „Ohne Lampenfieber langweile ich mich und mein Publikum.“

Auch Sammy Davis jr. nahm es positiv: „Ein Auftritt ohne Lampenfieber ist wie eine Liebe ohne Gefühl.“

Caterina Valente sagte „Es ist ein Teil des künstlerischen Erlebnisses. Man soll es sich nicht abgewöhnen.“

Selbst einer, der das Entertainment perfekt zu handhaben weiß, blufft nur: „Je selbstsicherer ich auftrete, desto mehr Schiss habe ich“, gab Robbie Williams zu. Hinter all der Coolness stecke die pure Angst.

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