Zeitung Heute : Von der Schallplatte zur CD

Aus analog wird digital: Mit dem Programm Magix Video deLuxe silver lassen sich die Aufnahmen auch schneiden

Kurt Sagatz

Schallplatten üben auf ihre Besitzer eine besondere Faszination aus: Bereits die Hülle ist oftmals ein kleines Kunstwerk und auch der analoge Klang begeistert die Fans. Praktischer sind allerdings CDs und MP3-Player, die ganze Plattensammlungen speichern können. Es gibt somit gute Gründe, die besten Schallplatten zusätzlich ins digitale Format umzuwandeln. Die Leistung der aktuellen Computer reicht dafür aus, und mit der Tagesspiegel-CD zur Serie „Digitale Welten“ verfügen Sie über die nötigen Programme.

NICHT OHNE VORVERSTÄRKER

Die größte Hürde beim Digitalisieren einer Schallplatte ist das Anschließen des Plattenspielers an den Computer. Denn das Ausgangssignal des Plattenspielers ist nicht stark genug, um ihn direkt mit dem PC zu verbinden. Man benötigt einen Vorverstärker. Ohne Zusatzkosten lässt sich dafür die normale Stereoanlagen einsetzen: Der Plattenspieler wird wie gewohnt mit dem Verstärker verbunden, dessen Aux-Ausgang wiederum mit dem Line-In-Anschluss des Computers verkabelt wird. Das Kabel muss dazu zumeist auf der einen Seite einen Chinch- Stecker und auf der anderen einen Klinkenstecker aufweisen. Bei der anderen Möglichkeit wird ein spezieller kleiner Vorverstärker gekauft, der zwischen Plattenspieler und Computer geschaltet wird und seinen Strom vom PC erhält. Geräte wie der „TerraTec Phono Preamp Studio USB“ kosten allerdings rund 90 Euro.

FÜR FILME UND MUSIK: VIDEO DELUXE

Um nun die Schallplatten zu digitalisieren, wird das Programm Magix Video deLuxe silver benutzt, dass nicht nur – wie der Name vermuten lässt – beim Bearbeiten von Videos gute Dienste leistet, sondern eben auch zum Importieren, Schneiden und Ausgeben von Musik, die in Filmen schließlich eine große Rolle spielt. Die Installation des Programms erfolgt nach bekanntem Muster, auch diesmal ist eine erneute Registrierung nicht nötig. Nach dem Aufruf des Programms sollten Sie sich nicht vom großen Funktionsumfang einschüchtern lassen. Das mehrfach ausgezeichnete Programm ist gleichermaßen für Einsteiger geeignet wie für ambitionierte Nutzer, die Wert auf die erweiterten Funktionen legen.

DER AUFNAHMEKNOPF

Der wichtigste Schalter für die Umwandlung ist der runde Aufnahmeknopf in der Steuerungsleiste links unter dem Abspielfenster. Wird er gedrückt, öffnet sich ein Fenster, in dem die Option „Audio“ gewählt wird. In dem jetzt erscheinenden Fenster werden alle wichtigen Einstellungen – Name der Datei, Speicherort, Aufnahmequalität (CD-Audio) und die Aussteuerung – vorgenommen. Lassen Sie am Anfang und am Ende der Aufnahme ruhig etwas Zeit. Es ist überdies möglich, eine ganze Plattenseite auf einmal aufzunehmen, da die Aufnahmen nachher geschnitten werden können. Gestartet wird die Aufnahme mit dem großen roten Knopf, der Stoppschalter befindet sich links daneben. Nach der Aufnahme beendet der Button „Schließen“ das Fenster, die Aufnahme wird daraufhin in die Tonspur kopiert.

EINZELNE STÜCKE SCHNEIDEN

Geschnitten wird in der so genannten Zeitleisten-Ansicht (Timeline). Mit den roten Markern links und rechts werden Anfang und Ende des Stücks markiert. Ist man mit der Auswahl zufrieden, wird die markierte Passage platzsparend in eine Datei mit dem Format Windows Media Audio umgewandelt. Dazu wird über den Menüpunkt „Datei“ / „Film exportieren“ der „Windows Media Export“ geöffnet. Das sich nun öffnende Fenster fasst wiederum alle nötigen Funktionen zusammen. Zuerst wird über den Button „Erweitert“ das geeignete Profil ausgewählt. Um möglichst verlustfreie Titel zu erhalten, wird „Windows Media Audio“ mit der Bitrate 128 Kilobit ausgewählt und mit OK zum Hauptfenster zurückgeschaltet. Dort überprüfen Sie, ob der Name der Datei stimmt und dass der Button vor „Nur den Bereich zwischen Start- und End-Marker exportieren“ blau leuchtet. Danach wird der Export mit Klick auf „OK“ gestartet. Nach dem gleichen Muster werden die anderen Stücke der Schallplatte nacheinander umgewandelt.

MIT MUSIC MANAGER VERWALTEN

Sind alle Stücke fertig, öffnet man den Music Manager und importiert die Titel wie bei der CD im letzten Workshop. Einzige Ausnahme: Diesmal ist nicht das CD-Laufwerk der Speicherort, sondern der in Video deLuxe angegebene Ordner. Nach dem Import können wie gewohnt die Informationen über Album, Interpret, Titel und Genre bearbeitet werden. Alle weiteren Schritte zur CD entsprechen dem letzten Workshop: Playliste erstellen, Reihenfolge anpassen, Brennfunktion starten.

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