Zeitung Heute : Von hohem Wert

Matthias B. Krause[New York]

Senat und Repräsentantenhaus bewilligen Präsident Bush 82 Milliarden Dollar für die Einsätze in Afghanistan und im Irak. Was lassen sich die USA den Kampf gegen Terror insgesamt kosten?

Zeter und Mordio schrie das Weiße Haus im vergangenen Herbst, als der demokratische Präsidenten-Herausforderer John Kerry behauptete, die Kosten für den Krieg im Irak und in Afghanistan durchbrächen schon bald die 200-Milliarden-Dollar-Marke.

Am Dienstag nun ließ der US-Senat einstimmig einen Nachtragshaushalt für weitere 82 Milliarden Dollar passieren, der Großteil (75,9 Milliarden) davon geht wieder an das Pentagon, fast ein Milliarde mehr als von Bush eingeplant. Für Auslandshilfe und internationale Programme werden 4,5 Milliarden Dollar freigegeben, gut 1,5 Milliarden weniger als von Außenministerin Condoleezza Rice gefordert. Nach Berechnungen des Congressional Research Services kostete die Invasion im Mittleren Osten damit bereits 208 Milliarden Dollar.

Militärexperten gehen davon aus, dass damit noch nicht das Ende erreicht ist, sondern wenigstens zwei weitere Nachtragshaushalte notwendig sind, weil die Armee Geld braucht, um Ausrüstung zu reparieren und zu ersetzen. Es sei wahrscheinlich, dass die Kriegskosten bis 2010 auf mehr als 500 Milliarden Dollar stiegen.

Insgesamt sind die Kosten für den von Präsident George W. Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausgerufenen Kampf gegen den Terror auf über 300 Milliarden Dollar angestiegen. Wie effektiv das Geld eingesetzt wird, ist jedoch heiß umstritten. So berichtete die „New York Times“ kürzlich, dass die für mehr als 4,5 Milliarden Dollar angeschafften Systeme, um die Grenzen, die Flug- und Seehäfen, den Luftraum und die Post sicherer zu machen, sich als weitgehend wirkungslos herausgestellt hätten und ersetzt werden müssen.

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