Zeitung Heute : Von Räumen und Wissensordnungen

Für die Endrunde nominiert: Mit drei Exzellenzclusters, zwei Graduiertenschulen und dem Zukunftskonzept hat sich die Freie Universität Berlin qualifiziert

Friederike Fless

Wann beginnen Menschen, den Raum, in dem sie leben, systematisch zu erschließen und zu erfassen? Welche Formen entwickeln sie dazu? Was sagt eine Karte wie auf dieser Keilschrifttafel mit der Darstellung Babylons über die antike Wahrnehmung des Raumes aus? Wie sah eine solche, kartographisch festgehaltene Landschaft vor Tausenden von Jahren tatsächlich aus, und wie hat sie sich seitdem verändert? Solche und ähnliche Fragen sollen im Rahmen des zur Antragstellung aufgeforderten Exzellenzclusters „Topoi – The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations“ erforscht werden. Das Forschungsvorhaben verfolgt das Ziel, den systematischen Zusammenhang von Räumen und Wissensordnungen in den Kulturen des Vorderen Orients und des Mittelmeerraumes von den frühen Hochkulturen bis zur Spätantike und dem Frühmittelalter zu erforschen. Im Rahmen des Clusters soll die wechselseitige Abhängigkeit von Raum und Wissen in einer Spannweite untersucht werden, die von der Rekonstruktion antiker Landschaften durch die Archäologie und Geowissenschaft über die Organisation von Räumen in einer historischen Perspektive sowie ihre Beschreibung in Bildern und Texten bis hin zu den wissenschaftlichen Konstruktionen von Räumen in der antiken Philosophie und Mathematik reicht.

Der gemeinsam von der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin gestellte Antrag im Exzellenzwettbewerb ist das Ergebnis der Kooperation zahlreicher Institutionen in Berlin, die sich mit der Erforschung des Altertums befassen. In Berlin findet sich für dieses Cluster eine für Deutschland einmalige Konzentration altertumswissenschaftlicher Forschung. Die Zusammenarbeit geht auf bestehende und intensiv gepflegte Kooperationen in Berlin zurück und ist darüber hinaus in vielfältiger Weise international vernetzt.

Beteiligt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Interdisziplinären Zentrums „Alte Welt“ der Freien Universität, des AugustBoeckh-Antikezentrums der Humboldt-Universität, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, des Deutschen Archäologischen Instituts, der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte, der Staatlichen Museen in Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz sowie der Technischen Universität Berlin.

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