Zeitung Heute : Von Rechts wegen

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Sozialhilfe ist kein Almosen: Sie soll den Menschen helfen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen

Warum zahlt der Staat Sozialhilfe?

Sozialhilfe ist kein Almosen für die betroffenen Menschen, sondern eine gesetzlich verankerte Unterstützung für ein menschenwürdiges Dasein. Mit der Sozialhilfe will der Staat nicht nur Armut verhindern, sondern dem Empfänger eine Lebensführung ermöglichen, die der Würde des Menschen entspricht. Ziel ist es aber, die Unterstützung nicht zur Dauereinrichtung werden zu lassen. Das Geld soll die Empfänger in die Lage versetzen, ihr Leben möglichst bald wieder aus eigener Kraft zu gestalten. Deshalb haben die Regelungen zur Stärkung dieser Selbsthilfe besondere Bedeutung.

Wer bekommt Sozialhilfe?

Grundsätzlich spielt es keine Rolle, ob die Notlage selbst verursacht worden ist oder nicht. Auf fast alle Leistungen der Sozialhilfe besteht ein Rechtsanspruch. Wer in Not geraten ist, erhält individuelle Hilfe, bei der die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse berücksichtigt werden. Sozialhilfe kann als Hilfe zum Lebensunterhalt und als Hilfe in besonderen Lebenslagen – beispielsweise bei Behinderung, Krankheit oder Alter – gewährt werden. Sozialhilfe kann als persönliche Hilfe, als Geldleistung oder als Sachleistung erteilt werden.

Wie hoch ist die Sozialhilfe?

Der rechnerische Durchschnitt für den Regelsatz beträgt derzeit 291 Euro für Alleinstehende oder den Haushaltsvorstand. Dieser Satz variiert in den einzelnen Bundesländern um wenige Euro. Für jeden Haushaltsangehörigen gibt es Extrazahlungen: für Kinder bis zur Vollendung des siebten Lebensjahres 146 Euro (bei Alleinerziehenden 160 Euro), für Kinder zwischen acht und vierzehn Jahren 189 Euro, für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren 262 Euro und für Haushaltsangehörige über 18 Jahren 233 Euro.

Was gibt es darüber hinaus?

Zusätzlich zur Sozialhilfe übernimmt der Staat die Kosten der Unterkunft, vor allem die Miete und die Heizungskosten. Die Höhe richtet sich unter anderem nach der Zahl der zum Haushalt gehörenden Familienmitglieder und der Höhe des Einkommens.

Für besondere Gruppen kann die Sozialhilfe erhöht werden. Dazu zählen insbesondere Schwangere, Behinderte und Kranke. Zu den laufenden Zahlungen gewährt der Sozialhilfeträger, das sind die Städte und Gemeinden, außerdem einmalige Leistungen: Damit sollen insbesondere solche Bedarfspositionen abgedeckt werden, für die Aufwendungen nicht regelmäßig anfallen. Dazu zählen vor allem: Bekleidung, Lernmittel für Schüler, Instandsetzung von Hausrat und Wohnung sowie Güter von längerer Gebrauchsdauer und von höherem Anschaffungswert – wie zum Beispiel Fernseher.

Mehr Informationen zum Thema Sozialhilfe unter: www.bmgs.bund.de

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