Zeitung Heute : Von Riesen und Zwergen

Alant-Arten gibt es in unterschiedlichen Höhen

Tassilo Wengel

Eine imposante, wirklich beeindruckende Schmuckstaude ist der Echte Alant (Inula helenium), auch Helenenkraut genannt. Bereits im Mittelalter war er als Heilpflanze ein wichtiger Bestandteil von Klostergärten. Aus der früheren Nutzpflanze wurde im Laufe der Zeit eine Beetstaude mit Wildpflanzencharakter. Dieser attraktive gelbe Korbblütler erreicht eine Höhe von zwei Metern und bildet bis zu einen Meter lange Grundblätter. Deshalb benötigt die Pflanze viel Platz und passt gut in die Gemeinschaft von Rittersporn (Delphinium), Eisenhut (Aconitum) und hohem Phlox (Phlox paniculata).

Ein weiterer Riese der Gattung, die etwa 200 Arten umfasst und zu den Asterngewächsen (Compositae) gehört, ist zweifellos der Große Alant (Inula magnifica) aus dem Kaukasus. Diese prachtvolle Pflanze kann ebenfalls zwei Meter Höhe erreichen und zeigt mit ihren langen, filzigen Grundblättern einen breit ausladenden Wuchs. Von Juli bis August erscheinen an den Enden der Triebe große Blüten mit einem Durchmesser von bis zu zwölf Zentimetern. Sie haben eine orangefarbene Scheibe, die von goldgelben Strahlen umgeben ist. Diese Art kommt wirkungsvoll als Einzelpflanze zur Geltung und steht am besten im Rasen vor dem dunklen Hintergrund von Gehölzen oder am Rande von Wasserflächen.

Doch für den Garten empfehlen sich weitere schöne Arten, die sich nicht nur durch ihre Erscheinungsform, sondern auch durch ihre unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten unterscheiden. Dazu gehört der Schwertblättrige Alant (Inula ensifolia), dessen Heimat vom östlichen Mitteleuropa bis zum Kaukasusgebiet reicht. Die Pflanze wird nur 30 bis 40 Zentimeter hoch und fällt durch feine goldgelbe Strahlenblüten von drei bis vier Zentimetern Durchmesser auf. Sie entfalten sich sehr reich von Juni bis August, manchmal auch bis September an den Enden der Triebe. Als wirkungsvolle Nachbarn empfehlen sich blau blühende Katzenminze (Nepeta x faassenii) und Braunelle (Prunella grandiflora), die mit ihren dunkelvioletten Blüten einen schönen Kontrast bilden. Auch in Gemeinschaft mit den gleichzeitig blauviolett blühenden Arten wie Ährensalbei (Salvia farinaceae) oder Steppensalbei (Salvia nemorosa) lassen sich reizvolle Bilder schaffen. Kompakter im Wuchs und mit 20 Zentimetern Höhe etwas niedriger ist die Sorte Inula ensifolia ,Compacta‘. Sie passt gut zum Staudenmajoran (Origanum vulgare), der karminrot bis fleischfarben blüht.

Durch straffen aufrechten Wuchs zeichnet sich der Rauhaarige Alant (Inula hirta) aus. Die Pflanze bleibt mit 25 bis 50 Zentimetern Höhe relativ klein. Sie bildet Büschel mit lanzettlichen, behaarten Blättern, die große Blüten tragen, die von Juni bis September erscheinen. Sie sind goldgelb und bilden sich einzeln an den Enden der Stängel.

Auch der Orientalische Alant (Inula orientalis) ist zu empfehlen. Er stammt aus Kleinasien und dem Kaukasus und wird 50 bis 60 Zentimeter hoch. Große behaarte Blätter und feinstrahlige goldgelbe bis orangegelbe Blüten schmücken im Juni und Juli einzeln den Stängel. Sie sind das Markenzeichen dieser attraktiven Staude. Am besten kommt sie einzeln am sonnigen Gehölzrand oder am Wasser zur Geltung. Solche Standorte empfehlen sich auch für die folgenden Alant-Arten.

Mit einem Meter etwas höher wird der Himalaja-Alant (Inula hookeri), der in Nepal, Burma und Südwestchina zu Hause ist. Die reich beblätterten Stängel sind behaart und tragen von August bis September gelbe Blüten in aufrechten Doldentrauben. Diese hübsche Staude ist sehr wuchsfreudig und breitet sich leicht aus, was empfindlicheren Nachbarpflanzen nicht gut bekommt. Aus diesem Grund verwendet man den Himalaja-Alant am besten in naturnahen Pflanzungen in Gemeinschaft mit Wildstauden wie Riesenflockenblume (Centaurea rhapontica) mit großen lilarosa Blüten, der stahlblau blühenden Kugeldistel (Echinops ritro) oder Echinops banaticus ,Taplow Blue‘ mit großen, tiefblauen Blütenkugeln.

Die Ansprüche der Alant-Arten an den Standort sind nicht sehr hoch. Sie wünschen vor allem Sonne, gedeihen aber auch noch im lichten Halbschatten gut. Der Boden sollte tiefgründig, nährstoffreich und nicht zu trocken, aber ausreichend durchlässig sein. Deshalb sind sandige Lehmböden geeignet, ebenso wie lehmige Sandböden, die mit Humus angereichert wurden. Die Vermehrung ist einfach. Das kann durch Aussaat der Arten geschehen oder durch Teilung der vorhandenen Sorten.

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