Zeitung Heute : Von Tag zu Tag

Der Tagesspiegel

Von David Ensikat

Liebe Öffentlichkeit, Du kannst dir ja gar nicht vorstellen, wie professionell du so bearbeitet wirst. Wir plaudern dir mal eben eins aus dem Nähkästchen vor, und du wirst erschaudern. Kann sein, dass ein Teil von dir ausrufen wird: Pfui! Das ist ja ein ganz abgekartetes Spiel!

Also: eine der ersten Regeln politisch-professioneller Öffentlichkeitsarbeiter heißt: Wenn dir was ganz doll am Herzen liegt, faxe es am Sonntagmittag den Zeitungsfuzzis.

Wir Zeitungsfuzzis tröpfeln kurz vor Sonntagmittag in die Redaktionen, sind noch ganz benommen vom rauschenden Medienschaffendennachtleben und gähnen uns zur Begrüßung leise an – bis ein Ehrgeiziger in die Runde fragt: „So, Kollegen, was liegt an?“ „Ja, Mensch, was liegt an?“, fragt dann ein jeder in sich hinein. Dann schweigen alle ein bisschen. Es ist Sonntag, meistens liegt nichts an (könnte man mit Tagen umspringen wie mit Jahreszeiten, würde man den Sonntag Sauregurkentag nennen). Dann sagt der Zweitehrgeizigste müde: „Ich geh’ mal zum Fax.“

Die Profis von der Öffentlichkeitsarbeit wissen: Am Sonntag haben wir die beste Chance, die Presse unsere Meinung weitersagen zu lassen. Da setzen sie ihre talentiertesten Zeilenschmiede an die Schreibmaschine und lassen sie die Krachermeldung aufs Fax tippen.

Tja, liebe Öffentlichkeit, so sieht’s aus. So kommen die Montagszeitungen zustande. Ausgekocht, was?

Warum wir das hier ausplaudern? Nun, ausgerechnet heute hatten wir nicht genug Platz, die Überschrift des CDU-Pressedienstes im Original zu übernehmen. Da wollen wir sie hier in ganzer Pracht präsentieren:

Goetze: Senat und Regierungsparteien vor der Risikoabschirmung abgetaucht – SPD und PDS verantwortlich für das drohende Ablehnungsrisiko.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

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