Zeitung Heute : Von wegen bodenständig

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Gerda Horneck forscht seit mehr als 30 Jahren im Weltall. Sie ist nicht etwa Astronautin oder Luft- und Raumfahrtingenieurin, sondern Mikrobiologin. 1967 schloss sich die promovierte Wissenschaftlerin der Arbeitsgemeinschaft Biophysikalische Experimente in der Weltraumforschung an und untersucht seit dem die Auswirkung von "sphärischen" Strahlen auf biologische Strukturen.

Horneck gehört zu den Naturwissenschaftlerinnen, mit deren Unterstützung Bundesforschungsministerin Bulmahn junge Frauen für die Ingenieur- und Naturswissenschaften begeistern will. Am Donnerstag folgten über 400 Mädchen der ministeriellen Einladung zur Veranstaltung "Frauen in der Luft- und Raumfahrt". Anlässlich der ILA wurde in Adlershof über die Berufe Astronautin, Pilotin, Physikerin oder auch Mikrobiologin diskutiert. Die Berufs- und Karrierechancen sind gut, die Arbeit ist spannend. Gerda Horneck etwa schickte bereits 1971 gemeinsam mit ihren Kollegen eine befruchtete Eizelle an Bord einer amerikanischen Weltraummission ins All. Auf einer mit kleinen Sporen und Keimlingen gefüllten Messplattform flog die Eizelle an der Außenhaut der Apollo 16 zum Mond und brachte wichtige wissenschaftliche Informationen mit auf die Erde zurück. Heute ist Gerda Horneck Vize-Chefin des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln-Porz und bereitet für die internationale Raumstation ISS das Experiment "Matroshka" vor: ein Astronauten-Dummy in der naturgetreuen Nachbildung eines menschlichen Oberkörpers. Matroshka wird ein Jahr lang den Strahlungsteilchen im All ausgesetzt, die "Hautschichten" und "inneren Organe" durchdringen. Danach soll der Dummy ein weiteres Jahr in der Raumstation "wohnen".

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