Zeitung Heute : Vor dem Einzug:  Augen auf!

Hajo Simons

Die protokollierte Wohnungsübergabe beim Ein- und Auszug mag lästig sein. Doch das vom Mieter und Vermieter unterschriebenes Papier schützt vor Ärger – vor allem beim Auszug. Denn: Mängel beim Einzug sind nicht dem neuen Bewohner anzulasten. Falls Schäden aber nicht protokolliert werden, können Mieter beim Auszug zu deren Beseitigung verpflichtet werden. Doch mit einem Übergabeprotokoll „ist es unmöglich, dem Mieter nachträglich entstandene Schäden anzulasten“, sagt der Kölner Rechtsanwalt Andreas Müller-Wiedenhorn. Zudem komme es vor, dass Wohnungen nach Ende des Mietvertrags von Handwerkern renoviert werden, die nicht immer sorgfältig arbeiten. Ohne Übergabeprotokoll bestehe die Gefahr, dass dabei verursachte Schäden dem letzten Mieter angelastet werden.

Darauf sollten Mieter bei der Wohnungabnahme achten:

Raum für Raum kontrollieren und präzise den Zustand jedes Zimmers dokumentieren. Lieber ausführlicher als zu knapp.

Treppenhaus mit einbeziehen. Möbelpacker sind in der Regel wenig zimperlich – und ecken auch schon mal im Treppenhaus an.

Licht an. Wohnungsübergabe tagsüber machen – oder zumindest solange die Lampen in Räumen und Treppenhaus noch hängen.

Nur ohne Nachmieter. Die Wohnungsabnahme nicht gemeinsam mit den Nachmietern machen. „Die haben in der Regel ganz andere Interessen als derjenige, der auszieht“, warnt Anwalt Müller-Wiedenhorn.

Fotos von Schäden machen.

Meinungsverschiedenheiten im Protokoll vermerken. Falls keine Einigung darüber zustande kommt, ob ein Schaden vorliegt oder nicht, bleibt immer noch der Weg zum Anwalt. Hajo Simons

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