Zeitung Heute : Vorbereitungen für den Tag X

Generalvollmacht, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht – Fachleute geben Erläuterungen, Formulierungshilfen und Rat.

Felix Rehwald (dpa)

Irgendwann ist das Lebensende unvermeidlich. Manchmal kommt es auch ganz plötzlich. Wer für den Ernstfall vorgesorgt hat, lässt seine Hinterbliebenen nicht ratlos zurück. Es kann also nicht schaden, für den Todes- und auch schon den Krankheitsfall rechtzeitig ein paar Dinge zu klären.

„Wenn man nichts regelt, sitzen die Angehörigen da und wissen nicht, was sie machen sollen“, sagt Christoph Kranich, Leiter der Fachabteilung Gesundheit bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Daher rät er für den Fall, dass man selber nicht mehr entscheiden kann, den Angehörigen den Willen schriftlich mitzuteilen. Dann wissen die, wie sie sich etwa im Hinblick auf lebenserhaltende Maßnahmen nach einer schweren Erkrankung oder Operation verhalten sollen. Das gebe auch den Ärzten Handlungssicherheit. Denn die würde sich im Zweifelsfall immer für solche Maßnahmen entscheiden.

Eine Möglichkeit ist, einer guten Vertrauensperson eine Vorsorgevollmacht zu erteilen. Das ist laut Kranich eine Generalvollmacht, die erst dann gilt, wenn die Notsituation eingetreten ist. „Damit kann jemand für mich entscheiden, wenn ich dazu nicht mehr in der Lage bin.“ Sie bezieht sich auf alle Bereiche, in denen es etwas zu regeln gibt, wie Behörden, Banken und Ärzte. Sie kann aber auch eingeschränkt werden – etwa für medizinische Fragen.

Kranich empfiehlt, die Dinge lieber gesondert in einer Patientenverfügung zu regeln. „Die Bank muss ja nicht wissen, welche lebenserhaltenden Maßnahmen man wünscht.“ Sie richtet sich an die Person, die den Willen des Verfassers durchsetzen soll. „Das ist ziemlich bindend nach der neuen Rechtsprechung“, erläutert Kranich. Wichtig sei jedoch, dass sie möglichst präzise die Krankheitszustände und Maßnahmen beschreibt. Daher sollte man sich für das Aufsetzen der Verfügung fachkundlichen Rat holen. Und man sollte sich bestätigen lassen, dass man beim Verfassen der Verfügung bei klarem Verstand war.

Eine Bankvollmacht macht es Angehörigen ebenfalls leichter. Sie erlaubt ihnen den Zugriff auf Konten, wenn man länger im Krankenhaus liegt. Die Frage, wer was nach dem Tod erben soll, wird im Testament geregelt. Doch dazu entschließen sich nur 25 Prozent der Deutschen, erklärt Klaus Michael Groll, Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht. Keine Regelung zu treffen, sei „der schlimmste Fehler“, der bei der Nachlassregelung passieren kann. Felix Rehwald (dpa)

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