Zeitung Heute : Vorsicht, Duzfreund!

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Benedikt Voigt über die wachsende Verzweiflung des FC Bayern

Nun verärgern die Bayern auch noch ihre besten Freunde. Die Sendung „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Rundfunks, in der die Studiogäste von Waldemar „Waldi“ Hartmann verbal gekrault werden, erntete am Montag nur Absagen von den Verantwortlichen des FC Bayern. Weder Ottmar Hitzfeld noch Oliver Kahn noch KarlHeinz Rummenigge fanden sich bereit, öffentlich über die verlorene Meisterschaft zu reden. Die Verzweiflung muss groß sein bei den Bayern, wenn sie sich bereits vor Fragen ihrer Duzfreunde fürchten.

Doch es ist schlimmer. Es verdichten sich die Zeichen, dass der FC Bayern bereits die Saison 2004/05 mit Trainer Felix Magath bestreiten wird. Wie der VfB Stuttgart gestern bestätigte, sprach Präsident Erwin Staudt mit Walter Schachner, Trainer beim österreichischen Erstligisten Grazer AK, über einen Wechsel nach Stuttgart. Dort trainiert gegenwärtig noch Felix Magath, doch dieser gilt seit Wochen als neuer Coach der Bayern. Warum aber sollte der deutsche Rekordmeister einen Trainer holen, der zwar beim VfB Stuttgart gute Arbeit leistet, aber als Trainer noch keinen Titel gewann? Warum sollte Felix Magath Torhüter Oliver Kahn das Fangen der Bälle in wichtigen Spielen beibringen, wenn es der zweifache Champions-League-Sieger Ottmar Hitzfeld nicht schafft? Warum also sollen die Hoffnungen des FC Bayern auf Felix Magath ruhen?

Weil die Verzweiflung groß ist.

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