Zeitung Heute : Vortragsreihe: Jahr der Sprachen

Monika Zielinski

Fremdsprachen sind so wichtig wie ein Führerschein und gute körperliche Kondition. Wer beruflich vorbereitet sein will auf einen Einsatz in europaweit ansässigen Firmen, muss aktiver Europäer werden. Neben der soliden Kenntnis seiner Muttersprache sollte man zusätzlich zwei Fremdsprachen lernen. Wer sich Fremdsprachen aneignet und andere kulturelle Werte kennenlernt, verändert auch sein Verhalten. Man wird selbstbewusster, weil das Fremde an Fremdheit verliert und das Eigene im Vergleich mit dem Fremden schärfere Konturen erhält.

Die EU und der Europarat haben 2001 zum "Europäischen Jahr der Sprachen" erklärt und einige Ziele gesetzt. Die Mehrsprachigkeit soll gefördert und das Sprachenlernen in der breiten Öffentlichkeit, unabhängig von Alter und Lebensumständen, unterstützt werden. An der Humboldt-Universität werden etwa 60 Sprachen gelehrt.

Unter dem Motto "Sprachen und Kulturen in Europa" organisieren das Sprachenzentrum und die Philosophische Fakultät II der HU mit weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen und philologischen Fachverbänden eine Veranstaltungsreihe im Europäischen Jahr der Sprachen. Am Beispiel romanischer, slawischer und baltischer Sprachen soll die Vielfalt europäischer Sprachen ins Bewusstsein gerückt werden. Zur Thematik "Die Sprachen des Baltikums - Sprachverwandtschaft und Sprachkontakt" ist für den 27. April eine Fachtagung des Baltistenkreises zu Berlin in Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald geplant.

Am 2. Mai beginnt eine Ringvorlesung der Institute für Slawistik und Romanistik der HU zu "Sprachen im Kontakt - Sprachen im Konflikt". Sie wird eröffnet mit einem Vortrag zur Sprachpolitik in der EU. Joachim Born aus Dresden setzt sich darin kritisch mit dem Minderheitenschutz in den Mitgliedsländern der EU auseinander. In 14-tägigem Rhythmus folgen Vorträge, unter anderem spricht Alicja Nagorka (HU) über Gebiete, die von Weißrussen, Litauern, Russen, Polen, Juden und Deutschen bevölkert waren. Hartwig Kalverkämper (HU) referiert über "Körpersprache und interkulturelle Aspekte" am Beispiel der deutschen und französischen Sprache. Im Zentrum einer Fachtagung am 18. und 19. Mai stehen Probleme bei der Erarbeitung zwei- und mehrsprachiger Wörterbücher des Russischen, so genannter kleiner slawischer Sprachen und des Albanischen.

Nicht zuletzt ist die Rolle der deutschen Sprache und des Deutschen als Fremdsprache Schwerpunkt in einer Vortragsreihe im Juni. Studierende und Absolventen, Lehrende und Vertreter aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft sowie Interessenten, die sich mit weiteren Sprachen, deren Geschichte und Kulturen beschäftigen wollen, sind zu dieser Veranstaltungsreihe gern gesehen.

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