Zeitung Heute : Vorwiegend sonnig

Die Modebranche leidet unter der Finanzkrise. Auf den Berliner Messen war das kaum zu spüren.

In den vergangenen Jahren hatte sich Berlin als Standort für Modemessen stetig weiterentwickelt. In dieser Saison stand der Fortschritt auf dem Prüfstand: Die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise machen der Modeindustrie vor allem in Südeuropa zu schaffen. Außerdem hatte Karl-Heinz Müller, der Chef der Bread & Butter, im Vorfeld der Modewoche deutliche Kritik an der Situation der Branche in Berlin geäußert. Unter den Ausstellern in Tempelhof wurde daraufhin heiß über eine mögliche Abwanderung der Messe diskutiert.

Was die gerade beendete Veranstaltung anging, zog Müller aber ein positives Fazit: „Der internationale Run auf die Bread & Butter ist ungebrochen“, sagte er. Zudem sei „die Internationalität und Qualität auf Besucherseite“ gegenüber dem Vorjahr noch einmal gesteigert worden.

Zuwächse konnten die beiden wichtigsten Messen für grüne Mode verbuchen. Magdalena Schaffrin und Jana Keller, die Organisatorinnen des Green Showrooms, freuten sich über „ein deutliches Mehr an Besuchern und die positive Stimmung unter den Ausstellern“. Auch die zweite Messe aus diesem Segment, die „Ethical Fashion Show“, wuchs weiter: Die Ausstellerzahl im E-Werk stieg im Vergleich zum Januar um fünfzig Prozent, zudem kamen mehr Fachbesucher. Beide Messen konnten darüber hinaus einen höheren Anteil ausländischer Marken zeigen. Im Ökomode-Bereich entwickelt Berlin also weiter internationale Zugkraft.

Von den kleineren Messen fiel insbesondere bei „The Gallery“ die Bilanz sehr gut aus: Die von der Düsseldorfer Messegesellschaft Igedo organisierte Veranstaltung meldete ein deutliches Besucherplus. 2300 Fachleute haben sie im Café Moskau an der Karl-Marx-Allee gezählt. Diesem Ort wollen die Veranstalter auch im kommenden Januar treu bleiben.

Umziehen wird hingegen die Street- und Skatewearmesse Bright: Bisher nutzte sie die ehemalige Stasi-Zentrale in Lichtenberg, im Januar wird sie in die Alte Münze am Molkenmarkt ziehen. Und dann soll ja auch eine ganz neue Großveranstaltung Premiere feiern: Die „Panorama“, die das neue Veranstaltungszentrum am Flughafen Schönefeld nutzen wird, um dort massentaugliche Marken zu zeigen. Eigentlich hätte sie schon in den vergangenen Tagen ihr Debüt geben sollen, aber die Querelen um den Flughafenbau hatten die Verschiebung nötig gemacht.Jan Schröder

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