Zeitung Heute : Währungsverlust: Mittelständlern droht der Konkurs

tdt

Euro-Krise und Dollar-Stärke reißen Reiseveranstaltern Löcher in die Kasse: Viele verkaufen Arrangements unter Selbstkostenpreis. Andere treten vom Reisevertrag zurück und verlieren Umsatz und Kunden. "Vor allem für Mittelständler sind die Auswirkungen schlimm", sagt Ute Wendel vom Bundesverband Mittelständischer Reiseunternehmen (ASR).

Dessen Mitgliedsfirmen wollen nun ihr Währungsrisiko mit ihren Kunden teilen - und verweisen dabei auf die Praxis in anderen Ländern der Europäischen Union (EU). In Frankreich oder Italien etwa werde lediglich der Mindeststandard der EU-Pauschalreise-Richtlinie angewendet. Reiseveranstaltern sei es dort bei Kursverfall erlaubt, Preise bis drei Wochen vor Abreise um zehn Prozent und mehr anzuheben.

Der ASR drängt nun darauf, dass der vom Gesetzgeber garantierte viermonatige Preisschutz fällt. Auch wollen die Unternehmen nachträglich bis zu zehn Prozent an der Preisschraube drehen - jetzt sind bei Nachweis des Währungsverlustes bis drei Wochen vor Abreise maximal fünf Prozent unter Einhaltung der Vier-Monats-Frist möglich. Offenbar droht vielen kleineren Ferienfirmen, die keine Termingelder orderten, sogar das Aus. Dann, so Wendel, seien Konsumenten auf Großveranstalter angewiesen, "die dann die Preise diktieren".

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