Zeitung Heute : Wäre doch Ghana im Endspiel – oder vielleicht Schweden

Die Fußballloyalitäten des UN-Generalsekretärs

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Ob sich Kofi Annan heute Abend wohl ein Fußballtrikot überstreifen wird? Ob er einen Fanschal umlegen oder ein Schweißband tragen wird oder sich gar schminkt? Wahrscheinlich nicht. Denn der Generalsekretär der Vereinten Nationen ist schon qua Amt neutral, immerhin soll er mögliche Streitigkeiten von 192 Mitgliedstaaten beilegen helfen.

Eine Ausnahme wäre die – eher utopische – Finalteilnahme Ghanas gewesen, wo Annan vor 68 Jahren in Kumasi geboren wurde. Oder die Englands, Ghana war vor 68 Jahren britische Kolonie. (Das könnte aber auch gegenteilige Bekundungen nach sich ziehen, die Briten haben als Kolonialmacht ja auch nicht immer überzeugt.) Andere afrikanische Länder, denen sich Annan eventuell verbunden fühlen könnte, sind ebenfalls nicht vertreten.

Wäre Schweden im Endspiel, was nicht ganz so utopisch klingt, würde er möglicherweise etwas Blau-Gelbes tragen: Seine zweite Ehefrau ist die Nichte des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenbergs (jener Wallenberg, der im Dritten Reich vielen tausend ungarischen Juden das Leben rettete).

Man sieht, die Vermutungen über Annans Präferenzen ließen sich immer weiterspinnen, dieser Mann ist eben ein Kosmopolit.

Doch, Achtung Italiener, Annan spricht Französisch. Vielleicht ein kleiner Vorteil für „Les Bleus“, zumindest bei den Schlachtrufen?

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