Zeitung Heute : Wässern, schneiden, pflegen

Hecken aus Ziergehölzen setzen das ganze Jahr über hübsche Akzente – und schützen vor neugierigen Blicken

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Akkurat gestutzt oder lieber frei wachsend? Viele Pflanzen eignen sich für beide Varianten. Foto: picture-alliance/VISIONSPICTURESVISIONSPICTURES, NETHERLANDS

Reicher Blütenschmuck, eine attraktive Herbstfärbung, prächtiger Fruchtbehang oder in Schnee gehüllte Zweige: Hecken aus Laub abwerfenden Ziergehölzen setzen vom Frühjahr bis in den Winter hinein malerische Akzente im Garten. Dazu kommen vielfältige Funktionen wie Schutz vor Blicken, Wind oder Eindringlingen. Und, nicht zu vergessen, der ökologische Wert, denn sie bieten vielen Vogelarten Nistgelegenheit, Unterschlupf und Nahrung.

Wer seine Hecke noch nicht im Herbst gepflanzt hat, findet in Gartencentern und Baumschulen auch im Frühjahr ein reiches Sortiment. Die Pflanzen werden meist in Töpfen angeboten und erleiden dadurch keine nennenswerten Wachstumsstörungen.

Da Hecken lange Zeit am gleichen Standort stehen, sollte eine gründliche Bodenvorbereitung vorgenommen werden. Zu empfehlen ist, einen Graben von 30 bis 40 Zentimetern Breite und gleicher Tiefe auszuheben und den Mutterboden gut mit verrottetem Kompost zu mischen. Dann wird ein Teil des Substrates in den Graben gefüllt. Sind die Pflanzen eingesetzt, wird der Rest des Substrates ergänzt. Die Wurzeln brauchen ausreichend Platz, und die Pflanzen müssen so tief in den Boden kommen, wie sie vorher in der Baumschule gestanden haben. Erkennbar ist die alte Standhöhe an der Verfärbung der Rinde in den oberen Teilen. Nach dem Pflanzen wird angedrückt und reichlich gewässert. In der Regel pflanzt man einreihig, wer aber schnell eine dichte Hecke möchte, kann auch zweireihig oder versetzt pflanzen.

Die Auswahl an Gehölzen ist groß, und bevor man zur Tat schreitet, sollten Sinn und Zweck überlegt werden. Die Artenwahl hängt davon ab, ob man besonderen Wert auf schöne Blüten legt, sich auch reichen Fruchtbehang wünscht oder vor allem einen dichten Sichtschutz mit schöner Herbstfärbung möchte.

Entscheidet man sich für Blütenhecken, bietet sich eine riesige Palette an Gehölzen an. Nach Farbe und Blütezeit gewählt, kann man sich von März bis August an bunt prunkenden Hecken erfreuen.

Bereits vor der Laubentfaltung im März blüht die Kornelkirsche (Cornus mas), eine robuste Pflanze von drei bis sechs Metern Höhe, die für frei wachsende oder geschnittene Hecken zu empfehlen ist. Dem reichen, gelben Blütenschmuck folgen im August/September glänzend rote Früchte. Ebenfalls im Frühjahr leuchten die großen gelben Blüten der Forsythie (Forsythia x intermedia), die in zahlreichen Sorten angeboten wird und vor allem für frei wachsende Hecken in Gemeinschaft anderer Blütengehölze geeignet ist. Weniger häufig sieht man sie als streng geschnittene Hecke, die zur Blütezeit einen schönen Anblick bietet. Partner dazu könnten andere Frühlingsblüher wie Blut-Johannisbeere (Ribes sanguineum) mit tief rosarot gefärbten Blütentrauben, verschiedene Sorten der Hohen Scheinquitte (Chaenomeles speciosa) mit Blüten von Weiß, Rosa bis Scharlachrot oder die weiße Brautspiere (Spiraea x arguta) sein. Sie alle lassen sich nach der Blüte kräftig zurückschneiden und so auch als Formhecke verwenden.

Eine ideale Heckenpflanze ist auch die Berberitze, mit der nicht nur undurchdringliche Einfriedungen geschaffen werden können, sondern eine interessante Farbgebung möglich ist. Kombiniert man die grünlaubige Berberis vulgaris mit rotlaubigen Sorten von Berberis thunbergii wie zum Beispiel „Red Chief“, lassen sich herrliche Bilder erzielen.

Vorzugsweise für frei wachsende Hecken empfehlen sich zahlreiche bekannte Gehölze, die von April an erblühen. Den Reigen eröffnen weiß blühende Vertreter wie die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii), deren Laub sich im Herbst prachtvoll färbt, gefolgt von der Prachtspiere (Spiraea x vanhouttei) mit elegant überhängenden Zweigen. Sie lässt sich auch gut als geschnittene Hecke erziehen. Weitere im Frühsommer blühende Heckengehölze sind Deutzie (Deutzia magnifica), Blasenspiere (Physocarpus opulifolius) und Pfeifenstrauch (Philadelphus-Lemoinei-Hybride) mit stark duftenden Blüten. In zartes Rosa eingehüllt, lenkt die Kolkwitzie (Kolkwitzia amabilis) vor allem im Juni die Blicke auf sich, lockt allerdings auch zahlreiche Hummeln und Bienen an.

Ihr folgt die Rotblättrige Rose (Rosa glauca) von Juni bis Juli mit reichem Blumenschmuck in Karminrosa. Im Herbst meldet sie sich noch einmal zu Wort, dann mit orange oder scharlachrot gefärbten Früchten.

Zierender Fruchtschmuck ist auch das Markenzeichen der Glanzmispel (Photinia villosa), die sich im Herbst mit elliptisch geformten, leuchtend roten Früchten schmückt. Sie folgen der reichen Blütenpracht von Mai bis Juni und bilden einen zauberhaften Kontrast zum gelben bis orangeroten Laub.

Sehr auffällig sind auch die Früchte des Gemeinen Schneeballs (Viburnum opulus), dessen Seitenzweige abstehen und nach Jahren etwas überhängen. Die Enden der Triebe schmücken im Mai und Juni bis zehn Zentimeter breite, weiße Trugdolden, aus denen sich im Herbst scharlachrote Früchtetrauben bilden.

Reizvolle Bilder lassen sich auch durch Kombination verschiedener Heckengehölze schaffen, wobei zum Blüten- und Fruchtschmuck auch die zauberhafte Laubfärbung einiger Gehölze zu nutzen ist. Besonders empfehlenswert sind für solche bunten Hecken Arten mit farbigem Laub. Geeignet sind Ölweide (Eleagnus umbellata) mit silbrigen Blättern, Blutberberitzen Berberis thunbergii und die rotlaubige Prunus x cistena. Zahlreiche weiße Blüten bilden im Frühjahr einen zauberhaften Kontrast zu den hellroten Blättern, die sich im Laufe des Sommers dunkelrot färben. Wer dazwischen noch gelbe Nuancen sucht, kann vom Trauben-Holunder (Sambucus racemosus) die Sorte Plumosa Aurea wählen, deren Blätter goldgelb gefärbt sind.

Wer besonderen Wert auf dichte Formhecken legt, kann mit einigen bewährten Laubgehölzen eine wirkungsvolle Einfriedung des Grundstücks schaffen. Hier bietet sich besonders die Hainbuche (Carpinus betulus) an, die sich schon lange in historischen Gärten und Parks bewährt hat und eine aparte Hecke zwischen Grundstücken oder zur Straße hin ist. Auch der Feldahorn (Acer campestre) lässt sich als dichte, geschnittene Hecke von zwei bis sechs Metern ziehen. Auf die gleiche Höhe lässt sich eine geschnittene Buchenhecke (Fagus sylvatica) halten. Wegen seiner Dornen hat sich auch der Kreuzdorn (Rhamnus frangula) als Einfriedung bewährt. Er wird zwei bis drei Meter hoch und bietet mit seinen Blättern Nahrung für den Zitronenfalter.

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