Zeitung Heute : Wahlkampf im Netz: Bündnis 90/Die Grünen

rik sag

Was wird geboten?

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Hier tappert unverdrossen der Igel umher. Ganz oben. Hin und her, her und hin. Eigentlich hätte man derart prominent eher die Spitzenkandidatin Sibyll Klotz erwartet. Aber nichts da. Eigene Webseite? Wozu? Personalisierung wird im Kollektiv erst schön. Statt die Seite mit Bildern zuzukleistern, finden sich Trampelpfade in das grüne Wahlkampfuniversum. Der Link "Wahlprogramm" führt zum Wahlprogramm. Wer das Wahlmobil anklickt, kann zusammen mit der mobilen Wahlkampf-Einheit im Stau stehen. Ein Klick auf "Der Grünen Waschsalon" bewirkt eine schmucklose Auflistung des Personals im Wahlkampfbüro. Mitmachen darf man aber auch: mitspenden, Mitglied werden, mitfragen. Und das auch alles online.

Womit wird gelockt?

Von Locken kann nicht die Rede sein. Bereits das Finden wird zum Problem. Bei dieser Adresse hört der Spaß bei vielen bereits beim Start auf, ganz davon abgesehen, dass es alles andere als Internet-konform ist, ein Wahlprogramm über sieben Bildschirmseiten ins Netz zu stellen. Vor allem, wenn man dann noch erfährt, dass dies nur die Kurzform darstellt. Obwohl das schon besser ist als beim 1999er-Programm, das erst auf die Festplatte geschrieben und entkomprimiert werden muss, bevor der User erfährt, ob sich bei Bündnis 90/Die Grünen seither inhaltlich etwas verändert hat.

Was bringt es?

Beim grünen Internet-Auftritt muss niemand Sorgen haben, dass ihm hier etwas mit den Mitteln des gemeinen Marketings verkauft wird. Hier wird Werbung in eigener Sache und für das eigene Klientel gemacht. Bewegt wird hier nur der animierte Igel, nicht jedoch der Wahl-Berliner. Das Ganze ist so sexy wie der Beipackzettel zu einem verschreibungspflichtigen Medikament und törnt potenzielle Neuwähler kaum weniger ab als die Online-Auszüge aus dem Landespressedienst. Die eigene Partei-Basis zu informieren, ihr Materialien für den Wahlkampf an die Hand zu geben und die neuesten Termine des Wahlkampfmobils ins Netz zu stellen, ist sinnvoll und zeigt, dass die Partei viele der Vorteile des Internets verinnerlicht hat. Nun muss der nächste Schritt folgen.

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