Zeitung Heute : Wahl$treet: Ergebnisse für CDU, PDS und Grüne genau getroffen

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Einen vollen Erfolg darf die Wahl$treet, die Internet-Börse des Tagesspiegels verbuchen. Die Behauptung der Erfinder, die Internet-Börse sei oft genauer als die die Umfragen, bestätigte sich eindrucksvoll. Die Ergebnisse für CDU, Grüne und PDS wurden fast genau getroffen. Wer mitgemacht hat, aber konnte unabhängig vom Ergebnis in den letzten zwei Monaten viel Spaß beim Handeln mit den Aktien der Parteien haben. Ein "Trader" war dabei besonders erfolgreich. Die Börse verzeichnet für ihn jedenfalls eine Gewinnmarge von über 900 Prozent. Auf welche Partei der Teilnehmer aus Düsseldorf gesetzt hat, verriet er nicht.

Mit 100 Mark Einsatz konnte im Internet jeder auf dem imaginären Börsen-Parkett mitmachen. Gehandelt wurde in einer eigenen Währung, dem Wahl-Euro. Während des freien Handelns ergeben sich die Preise der Partei-Aktien wie an der echten Börse auch, im Wechselspiel von Angebot und Nachfrage. Wer sein Anlagerisiko streuen wollte, der kaufte ein Aktienbündel mit allen Parteien. Wer dagegen überzeugt war, am gestrigen Wahltag würde die SPD bei 40 Prozent landen, der konnte die virtuellen SPD-Aktien in den letzten Wochen billig einkaufen. Abgerechnet wurde nach Schließung der Wahllokale.

Wegen der Gewinnorientierung der Aktien-Händler sei die Wahl-Street genauer als Meinungsumfragen, versichern die Fans der Internet-Börse. Manch Teilnehmer, so ist freilich zu vermuten, aber ließ sich offenbar doch von den eigenen Hoffnungen treiben. Besonders bei kleineren Parteien war dies in den letzten Wochen zu beobachten. So verwunderte beispielsweise die gute Notierung der FDP, deren Kurs sich zeitweilig auf fünf Prozent zubewegte. Das kam nicht von ungefähr. Von unbekannter Seite wurden jedenfalls per e-mail die FDP-Mitglieder aufgefordert, FDP-Aktien zu kaufen - und damit den Kurs nach oben zu treiben. Wieviel Menschen dem Aufruf folgten, ist nicht festzustellen. Meistens aber gelingen solche Manipulationen nur kurzzeitig - nach wenigen Tagen haben sich durch die große Zahl der Teilnehmer die Ergebnisse wieder eingependelt.

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