Zeitung Heute : Wann man Pause macht

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Professor Klaus Scheuch, 60, ist Direktor am Institut der Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der Technischen Universität Dresden. Wir haben ihn gefragt: Wann und wie macht man eine richtige Pause?

„Sobald man häufiger Fehler macht, man beginnt, verschwommen zu sehen, Kopfschmerzen bekommt, plötzlich Verspannungen im Nacken oder am Unterarm spürt, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass man eine Pause einlegen sollte. Dabei muss man nicht unbedingt nichts tun. Power-Napping, das kurze Wegnicken für zehn Minuten, kann vernünftig sein – doch bezweifle ich, dass die meisten das beherrschen, ohne dabei mit dem Kopf auf die Tischplatte zu fallen. Sinnvoller ist es deshalb, in ein anderes Anforderungsprofil zu wechseln: Man sollte sich also einer anderen Tätigkeit widmen, zum Beispiel seine Post lesen.

Das gilt jedoch nicht für die Mittagspause. Diese sollte mindestens eine halbe Stunde dauern – darunter hat es gar keinen Zweck, da wäre kein richtiges Abspannen möglich, zu schnell würde man sich auf das Ende der Pause konzentrieren. Außerdem soll man ja essen und nicht schlingen.

Eine gute halbe Stunde nach dem Essen setzt dann ein Leistungstief ein, das bis zu einer Stunde dauern kann. In dieser Zeit sollte man sich nicht zur Konzentration zwingen, sondern lieber Routinearbeit erledigen. Wichtig ist insgesamt, dass man sich die Pausen so legen kann, wie man es möchte und nicht zu einer vorgegebenen Zeit zu einer Pause gezwungen wird, in der man sich vielleicht gerade in einer produktiven Arbeitsphase befindet.“

Aufgezeichnet von Anke Dörrzapf

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