Zeitung Heute : Warm durch den Winter

Immer mehr Berliner profitieren von umweltfreundlicher Fernwärme – besonders in der kalten Jahreszeit.

Während der Instandsetzung wird eine der Gasturbinen im Heizkraftwerk Mitte auseinandergebaut. Ein VattenfallIngenieur begutachtet die demontierte obere Hälfte der Brennkammer. Foto: Vattenfall
Während der Instandsetzung wird eine der Gasturbinen im Heizkraftwerk Mitte auseinandergebaut. Ein VattenfallIngenieur begutachtet...

Jetzt, wo es draußen langsam kalt wird, haben wir es drinnen gern gemütlich und warm. Rund 27 Prozent aller Berliner Haushalte sind an die Fernwärme angeschlossen, Tendenz steigend. Sie können sich wohliger Wärme auch bei tiefen Minusgraden sicher sein.

Wie das geht, ist am Vattenfall Heizkraftwerk (HKW) Mitte exemplarisch zu sehen. Mit einer Kombination aus Gas- und Dampfturbinentechnik liegt die Brennstoffausbeute bei über 90 Prozent.

Zauberwort KWK

Neben dem Heizkraftwerk Mitte arbeiten alle Berliner Heizkraftwerke und Blockheizkraftwerke von Vattenfall nach der umweltschonenden Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Bei diesem Prinzip werden Strom und Wärme in einem Prozess erzeugt. Im Heizkraftwerk Mitte sind Gasturbinen, Abhitzekessel, nachgeschaltete Dampfturbinen und Heizkondensatoren so kombiniert, dass bei der Verbrennung des eingesetzten Primärenergieträgers Erdgas nicht nur Strom, sondern gleichzeitig auch Fernwärme entsteht. Während bei herkömmlichen Kraftwerken mit einem Nutzungsgrad von rund vierzig Prozent der energetische Rest ungenutzt zum Schornstein hinausgeht, ermöglicht die KWK eine weit effizientere Nutzung.

Beim Heizen die Umwelt schonen

Durch die optimale Ausnutzung von KWK werden in Berlin jährlich Brennstoffe eingespart, die einem Äquivalent von rund 530 Millionen Litern Heizöl entsprechen. Für die wirkungsvolle Erzeugung von Fernwärme ist Vattenfall von der Technischen Universität Dresden ein Primärenergiefaktor von 0,56 zertifiziert worden.

Zum Vergleich: Für gas- oder ölbeheizte Gebäude werden Faktoren von nur 1,1 bis 1,3 angesetzt. Dabei gilt, je geringer der Faktor, desto besser.

Fernwärme verursacht einen deutlich geringeren CO2-Ausstoß als Gas- oder Ölheizungen und trägt zur Reduzierung der Emissionen von Schwefeldioxid, Staub und Stickoxiden bei. Jeder neue Fernwärmenutzer vermeidet im Durchschnitt rund eine Tonne CO2 pro Wohnung und Jahr.

Sicher mit Wärme versorgt

In Berlin gibt es ein Fernwärme-Verbundsystem. Das heißt, mehrere Erzeugungsanlagen speisen ihre Fernwärme in ein gemeinsames Wärmenetz ein. Dies führt zu einer hohen Versorgungssicherheit, da der mögliche Ausfall einer Anlage von anderen ausgeglichen werden kann.

Das Berliner Fernwärmenetz ist so eng verästelt, dass die Versorgung von mehreren Seiten erfolgt und auch im Havariefall flexibel reagiert werden kann. Ausreichende Reserven und vorausschauende Planung sorgen dafür, dass Berliner Fernwärmekunden selbst im längsten und kältesten Winter sicher und zuverlässig Fernwärme erhalten. Über eine zentrale Leitwarte lässt sich das gesamte Netz rund um die Uhr fernüberwachen und steuern. Störungen werden rund um die Uhr behoben.

Mehr Wärme aus Berlins zentralstem Kesselhaus

Vattenfall baut die Fernwärme in Berlin weiter aus. So gingen Ende November in der Scharnhorststraße im Bezirk Mitte drei neue Heißwasser-Erzeuger in Betrieb. Sie produzieren Fernwärme aus Erdgas für Kunden im Umfeld, zum Beispiel das Bundeswehrkrankenhaus, das Areal am Hauptbahnhof, das Bundeswirtschafts- und Verkehrsministerium sowie das Brunnenviertel. Die neue Technik sichert den Wärmebedarf von Fernwärmekunden im Verbund mit dem Heizkraftwerk Mitte ab und verbessert den Wirkungsgrad bei der winterlichen Wärme-Produktion von 90 auf 95 Prozent. Sie vermeidet rund 1.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Mit dem Ausbau der umweltfreundlichen Energieversorgung setzt Vattenfall die Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin um und hat 3,5 Millionen Euro für den Ausbau der Wärme-Erzeugungsleistung am Standort Scharnhorststraße investiert. Der Wärmebedarf in Mitte steigt rasant. Damit es auch künftig alle Kunden im Umfeld warm haben, erhöht Vattenfall die Wärmeleistung von 120 auf 160 Megawatt. 200.000 Megawattstunden Wärme pro Jahr können dann am zentralsten Berliner Erzeugungsstandort von Vattenfall produziert werden. Das entspricht dem Wärmebedarf von rund 32.000 Wohnungen.

Ausgehend vom steigenden Fernwärmebedarf im Umfeld wird Vattenfall das Werk in einem zweiten Bauabschnitt erweitern. Vorgesehen ist die Errichtung einer Gasturbine für die zusätzliche Erzeugung von Strom und Wärme mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die Inbetriebnahme ist für 2017 geplant. Ermöglicht wird dies durch Fertigstellung eines neuen Umspannwerkes in der Sellerstraße für die Europacity am Hauptbahnhof durch die Stromnetz Berlin GmbH im Jahr 2017. Dann kann der in der Scharnhorststraße erzeugte KWK- Strom direkt ins Stromnetz eingespeist werden.

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