Zeitung Heute : Was der Fiskus künftig erfährt

Hans W. Fröhlich F

Vom nächsten Jahr an weiß das Finanzamt genau über alle Renteneinkünfte Bescheid. Darauf sollten sich Rentner jetzt schon einstellen. Vor allem dann, wenn alte Steuersünden auffliegen könnten.

Die Besteuerung von Renten war für die Finanzverwaltung bisher eher ein Randthema. Doch je höher der steuerpflichtige Rentenanteil künftig klettert, umso mehr braucht die Finanzverwaltung Informations- und Kontrollmöglichkeiten. Weil es die bisher kaum gibt, legt das Alterseinkünftegesetz die Einführung von „Rentenbezugsmitteilungen“ fest. Die Vorschrift verpflichtet die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) und alle anderen gesetzlichen, berufsständischen und privaten Rentenversicherer, jährlich der Finanzverwaltung mitzuteilen, an wen wie viel Rente ausgezahlt wurde und wer steuerpflichtige Einmalzahlungen aus Lebensversicherungen erhalten hat.

Die neuen Kontrollmöglichkeiten der Finanzverwaltung sollten aber heutige Rentner auch nicht allzu sehr beunruhigen. Wer weniger als 18 900 Euro im Jahr Rente bezieht, muss im nächsten Jahr keine Steuerzahlung befürchten. Anders sieht es bei Rentnern mit zusätzlichen Einkünften aus. „Kommen zu einer Rente noch erhebliche Zinsen, Mieteinnahmen, Betriebspensionen oder Einnahmen aus einen Nebenjob hinzu, kann das Rückfragen der Finanzbeamten nach früheren steuerpflichtigen Einkünften auslösen“, warnt der Berliner Steuerberater Wolfgang Wawro.

Wer befürchten muss, für Steuersünden der Vergangenheit zur Kasse gebeten zu werden, kann jetzt noch die Steueramnestie nutzen. Steuerpflichtiges Vermögen und steuerpflichtige Einkünfte, die dem Fiskus zwischen 1993 und 2002 verschwiegen wurden, können nach der Amnestie-Regelung nachträglich erklärt werden. Erfolgt das bis Jahresende, bleibt die Sache straffrei und das Schwarzgeld wird mit nur 25 Prozent besteuert. Wer sich danach, spätestens aber bis zum 31. März 2005 meldet, muss 35 Prozent Steuer kalkulieren. Vor jeder Offenbarung gegenüber dem Finanzamt ist es empfehlenswert, sich zuvor von einem Experten intensiv beraten zu lassen. tx

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