Zeitung Heute : Was der Storch noch nicht weiß

Der Tagesspiegel

Gestern war der Tag der Bekenntnisse in Sachen Kinderkriegen. Und jene, die alles darüber zu wissen glauben, müssen sich der harten Wahrheit stellen: Es ist viel komplizierter. Einfach sind noch unsere Volksmusiker, die das Thema nach Großmutterart handhaben, voran Stefanie Hertel, die ihren Sohn - konventionell gezeugt, konventionell geboren - drei Monate nach der Geburt auf Tournee mitnimmt. Einfach ist auch der Adel, hier vertreten durch Stefanie Gräfin von Pfuel, die nach der Entbindung von fünf Kindern zwar zur starken Eduscho-Trinkerin wurde, aber dennoch zum Tanz mit der Familie stets ein rotes Abendkleid überwirft. Nun die Realität: Für sie steht eine Sängerin namens „Rollergirl“, die auch viele Kinder will, am liebsten vier. Aber nicht alle aus dem Bauch, sagt sie, wird man doch dick von! Drei werden also adoptiert. Für die andere Strömung der Moderne steht Céline Dion, die ein zweites Kind will und sich die Zutaten, sicher ist sicher, schon in die Tiefkühltruhe gelegt hat; zur Zeugung wird dann aufgetaut. Und die Romantik? Wäre was für den Storch. Es wird Zeit, dass die Genforscher ihm zeigen, wie das mit den Kindern funktioniert.

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