Zeitung Heute : Was Energiesparlampen bringen Studie beweist den Umwelteffekt der Leuchten

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Foto: p-a/dpa

Bei einem Flug von Berlin nach München belastet jeder Passagier das Klima mit ungefähr 150 Kilogramm des Treibhausgases Kohlendioxid. Ausgleichen könnte er diese „Klimaschuld“ mit einer einfachen Maßnahme: „Wer eine 40-Watt-Glühbirne gegen eine 8-Watt-Energiesparlampe austauscht, spart der Umwelt eine ähnliche Menge Kohlendioxid“, fasst Markus Berger vom Institut für Technischen Umweltschutz der TU Berlin eine Studie zusammen. Sie entstand in Zusammenarbeit mit den Firmen Philips, Osram und Megaman.

„Mit bis zu 80 Prozent geringeren Umweltbelastungen durch Energiesparlampen im Vergleich mit einer herkömmlichen Glühbirne hatten wir eigentlich nicht gerechnet“, staunen die beteiligten Studenten. Mit ähnlichen Ergebnissen warten zwar bereits einige Studien auf, daneben gibt es aber auch Untersuchungen, in denen die Glühbirne kaum schlechter als die Energiesparlampe abschneidet. Um der Sache auf den Grund zu gehen, ließ Markus Berger seine Studenten in einem Projekt die Ökobilanz für beide Leuchttypen aufstellen.

Die Glühbirne wandelt Strom sehr schlecht in Licht um: 95 Prozent der Energie macht sie zu Wärme, nur der Rest wird zu sichtbarem Licht. Die Energiesparlampe dagegen wandelt etwa 25 Prozent der elektrischen Energie in Licht um. Theoretisch kann man statt einer 40-Watt-Glühbirne eine Acht-Watt-Energiesparlampe einschrauben.

Allerdings ist das Licht aus den acht Watt des Energiesparers ein wenig dunkler als beim 40-Watt-Stromfresser. Die Studenten haben daher 40-Watt-Glühbirnen nicht nur mit Acht-Watt-Energiesparlampen, sondern auch mit einer Elf-Watt-Energiesparlampe verglichen.

Dabei haben sie den gesamten Energieverbrauch und die jeweiligen Umweltbelastungen von der Gewinnung der Rohstoffe über die Produktion des Leuchtmittels und seinen Einsatz in der Praxis bis zur Entsorgung am Ende eines Lampenlebens betrachtet. Dabei zeigte sich, dass die untersuchten Acht-Watt-Energiesparlampen über ihren gesamten Lebensweg tatsächlich rund 80 Prozent weniger Energie verbrauchen. Auch damit verbundene Umweltbelastungen wie Treibhausgas-Emissionen sinken in ähnlicher Größe. Selbst die etwas hellere Elf-Watt-Energiesparlampe reduziert die Umweltlasten gegenüber der 40-Watt-Glühbirne um bis zu zwei Drittel.

„Dieser Trend bestätigt sich sogar für Quecksilber, von dem eine Energiesparlampe etwa zwei Milligramm enthält“, sagt Berger. Zwar kommt die Glühbirne ohne Quecksilber aus, braucht aber fünfmal mehr Strom. Ein großer Teil der Elektrizität wird in Deutschland aus Kohle gewonnen. Dabei entweicht ebenfalls Quecksilber in die Umwelt. Im Endeffekt verursacht die Glühbirne so doppelt so hohe Quecksilber-Emissionen wie eine unsachgemäß entsorgte Energiesparlampe. RHK

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