• Was haben Sie eigentlich letzte Woche gemacht, Frau Vogt? Politiker öffnen ihre Terminkalender. Heute: Ute Vogt, 39, Staatssekretärin im Bundesinnenministerium

Zeitung Heute : Was haben Sie eigentlich letzte Woche gemacht, Frau Vogt? Politiker öffnen ihre Terminkalender. Heute: Ute Vogt, 39, Staatssekretärin im Bundesinnenministerium

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29. Oktober, 11.30 Uhr

Am Mittwochvormittag war ich zu einer Diskussion mit Schülerinnen und Schülern vom Bildungszentrum Königsbach eingeladen. Das war in dieser Woche zweifellos mein Lieblingstermin. Denn Schüler fragen unbefangen alles, was sie gerade spannend finden. Ihre Fragen gehen querbeet durch die ganze Palette aktueller Themen, von der großen Politik bis hin zu der persönlichen Frage, ob ich auf der Straße von fremden Menschen angesprochen werde. Das gibt mir die Chance, meinen Arbeitsalltag als Politikerin realistisch vorzustellen, und ich bleibe in Übung, wenn es darum geht, die Dinge so zu erklären, dass sie auch verstanden werden – jenseits der sonst üblichen Politikersprache. Wie ich zur Politik gekommen bin, werde ich in Schulklassen fast immer gefragt. Diesmal wollte ein Schüler auch noch wissen, warum ich zur SPD und nicht zur CDU gegangen bin. Diese Frage hat sich mir gar nicht gestellt. Ich war in der Friedensbewegung aktiv – die CDU hat damals eindeutig für die Abschreckung Stellung bezogen. Ich war sozial engagiert – die CDU hat schon immer den Eindruck erweckt, als bestünde ihre Politik allein darin, wohlhabendes Klientel zu unterstützen. Ganz wichtig war mir auch von Anfang an das Thema erneuerbare Energie. Ich will raus aus der Atomkraft. Mit der SPDRegierung haben wir den Anfang dazu gemacht. Ich kann gut verstehen, dass junge Leute momentan den Eindruck gewinnen können, dass die Sozialleistungen zurückgefahren werden, um zu sparen. Mir ist wichtig, den Schülern auch Hintergründe begreiflich zu machen, zum Beispiel, dass wir dafür sorgen müssen, dass die Sozialsysteme nicht ausgenutzt werden, wenn wir wollen, dass sie weiterhin trotz hoher Beiträge akzeptiert werden.

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