Zeitung Heute : WAS IST BIRMA FÜR EIN LAND?

Die rund 55 Millionen Einwohner Birmas sind fast alle Buddhisten und gehören mehr als 135 Ethnien an. Zwei Drittel der Bürger sind Birmanen, von den anderen Volksgruppen stellt keine mehr als zehn Prozent der Bevölkerung. Birma, von der Militärregierung Myanmar genannt, kam 1886 unter britische Herrschaft. 1947 einigten sich Großbritannien und Birmas Nationalheld, General Aung San, auf einen Übergang zur Unabhängigkeit. Sie wurde ein Jahr später erklärt und weltweit anerkannt. Alle Volksgruppen hatten zugesagt, Teil einer föderalen Union in den Grenzen der ehemaligen Kolonie werden zu wollen. Sie vertrauten dem Unabhängigkeitshelden Aung San. Er sollte den neuen Staat leiten. Seine Ziele

waren das friedliche Zusammenhalten des Vielvölker-Gebildes und die Schaffung rechtsstaatlicher Strukturen. Doch Aung San wurde ermordet. Ohne ihn an der Spitze akzeptierten einige Minderheiten die von Birmanen dominierte Regierung nicht. Separatistische Bewegungen und militärische Auseinandersetzungen folgten. Manche Konflikte dauern bis heute an, vor allem mit der unterdrückten Volksgruppe der Karen. 1962 putsche sich General Ne Win an die Macht und löste alle Parteien auf. Er versuchte

vergeblich, dass Land mit noch stärkerer Militärgewalt zu vereinen. Außerdem verstaatlichte er fast alles und trieb das rohstoffreiche Land in den wirtschaftlichen Ruin. Nach seinem Rücktritt 1988 folgten zwei chaotische Monate: verschiedene Machthaber, Kriegsrecht, Schüsse auf Demonstranten. Aung San Suu Kyi, die Tochter des Unabhängigkeitshelden Aung San, gründete zusammen mit anderen eine Partei. Die Militärs blieben

zunächst an der Macht, 1990 ließen sie Wahlen zu. Suu Kyis Partei, die NLD, gewann. Aber die Junta

erkannte das Ergebnis nicht an. 2003 stellte das Regime einen „Demokratie-Fahrplan“ vor. Nach Preissteigerungen protestierten 2007 Zehntausende Mönche und viele Bürger, Soldaten beendeten die Proteste mit Schüssen in die Menge. Nach

internationalem Druck wurde im Februar 2008 ein Verfassungsentwurf vorgelegt, über den jetzt abgestimmt werden soll. mkb

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