Zeitung Heute : Was ist Sozialhilfe?: Geld zum Leben

Antje Sirleschtov

Wisst ihr, was Sozialhilfe ist? Anders als in vielen anderen Ländern der Welt dürfen alle Menschen in Deutschland, die in Not geraten sind, zum Sozialamt gehen und um Hilfe bitten. Die Beamten dort passen natürlich auf, dass sie niemandem Geld geben, der eigentlich reich ist. Meistens jedenfalls. Wer keine Arbeit hat, weil er krank ist oder alt oder ohne Ausbildung, der erhält jeden Monat Geld zum Leben. Wie viel das ist, hängt von der Größe der Familie ab. Wer ganz allein ist, bekommt rund 550 Mark im Monat. Kinder bekommen ein bisschen weniger. Auch Miete und Stromrechnung werden bezahlt. Manchmal gibt es auch Geld für neue Möbel oder eine Winterjacke.

Seit ein paar Wochen streiten die Politiker, ob man Menschen, die Sozialhilfe bekommen, aber nicht arbeiten gehen wollen, nicht mehr helfen sollte. Die Journalisten nennen diesen Streit der Politiker die "Faulenzerdebatte". Faulenzer? Stimmt es denn, dass Menschen, die von der Sozialhilfe leben, faul sind und lieber morgens lange schlafen als früh zur Arbeit zu gehen?

Ganz sicher nicht. Die meisten Menschen, die Sozialhilfe bekommen, können nicht arbeiten gehen - selbst wenn sie wollten. Sie sind noch zu jung oder schon zu alt. Oder krank. Es gibt aber auch Sozialhilfe-Empfänger, die sind gesund und könnten arbeiten gehen. Doch sie finden keine Jobs. Warum? Weil die Betriebe viel weniger Arbeitsplätze anbieten können als gebraucht werden, damit alle Menschen, die arbeiten wollen, auch arbeiten können.

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