Zeitung Heute : Was kann man tun?

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– Ganz wichtig ist für den Betroffenen selbst und seinen Arzt das Kopfschmerztagebuch, das der Erinnerung im Hinblick auf Zeitpunkt, Häufigkeit und Auslöser der Anfälle auf die Sprünge hilft.

– Bei der Behandlung des akuten Migräneanfalls spielen Medikamente meist eine unverzichtbare Rolle. Gegen die akuten Schmerzen helfen bekannte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure besser bekannt als ASS, Paracetamol, Diclofenac oder Ibuprofen. Deutlich teurer, aber in schweren Fällen sehr effektiv sind Präparate aus der Gruppe der Triptane. Wenn der Anfall mit Übelkeit verbunden ist, muss die zuerst mit einem Medikament bekämpft werden. Wenn die Anfälle häufiger als drei Mal im Monat auftreten oder sehr beeinträchtigend sind, ist Vorbeugung mit Medikamenten sinnvoll.

– Doch auch ohne Medikamente einzunehmen – oder zusätzlich zu ihnen – können Leidgeplagte etwas zur Vorbeugung und Linderung des Leidens unternehmen. Auf jeden Fall lohnt es sich, eine Entspannungstechnik zu erlernen. Autogenes Training und Muskelrelaxation nach Jacobson sind Entspannungstechniken, die man fast an jedem beliebigen Ort und zu jeder beliebigen Zeit anwenden kann.

– Dass Verhaltenstherapie bei chronischer Migräne helfen kann, ist durch mehrere wissenschaftliche Studien erwiesen.

– Ebenfalls erwiesen ist, dass Ausdauersportarten wie Joggen oder Walken vorbeugend wirken.

– Wer die Erfahrung gemacht hat, dass Alkohol oder bestimmte Käsesorten bei ihm als „Trigger“ wirken und Migräne auslösen können, kann sie in kritischen Situationen meiden. Für Schokolade hat sich dieser Verdacht übrigens nicht bestätigen lassen. Heißhunger auf Schokolade (zum Beispiel in den Tagen vor den Tagen) ist allerdings bei manchen Menschen ein Vorbote der Migräne-Attacke.

– Bei chronischen Schmerzen scheint einer neuen Untersuchung zufolge nicht zuletzt das Verhalten der Angehörigen eine wichtige Rolle zu spielen. Das hat die Heidelberger Psychologin Herta Flor zumindest beim Versuch mit Rückenschmerz-Patienten festgestellt: Hatten sie besonders besorgte Partner, so stieg die Hirnaktivität in einem Areal, das für die Schmerzverarbeitung wichtig ist, im gleichen Maß stieg ihre Schmerzempfindung. Ständiges besorgtes Nachfragen ist dieser Untersuchung zufolge eher schädlich, auch wenn es noch so gut gemeint ist. Ablenkung ist die bessere Alternative. aml

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