Zeitung Heute : Was kostet die Welt?

Abitur bedeutet Freiheit. Endlich machen, was man will! Reisen, studieren, ein Jahr ins Ausland? Genial, wenn man Geld hat

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Von Dagny Lüdemann Zugegeben, die meisten männlichen Abiturienten können beim Sprung in die Freiheit erst einmal nicht frei entscheiden, wo sie landen. „Zivi oder Bund“ ist jetzt die Frage. Wer den Wehrdienst aus Gewissensgründen nicht leisten will, muss ihn verweigern – erst dann steht der Weg zum Zivildienst offen. Und seit 2001 können sich auch Frauen für alle Bereiche der Bundeswehr entscheiden. Wehr- und Zivildienst dauern jeweils neun Monate – der Verdienst liegt bei etwa 500 Euro im Monat. Wer am Arbeitsplatz Verpflegung bekommt, erhält nur rund die Hälfte ausgezahlt.

Für alle anderen heißt es: Jobsuche! Und die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch vor der Entscheidung für einen Job, sollte man überlegen, was man mit dieser Arbeit erreichen will.

Wer sein Studium selbst finanzieren muss, braucht einen sicheren, regelmäßigen Job. Dabei sollte aber von vornherein klar sein, dass man zur Not auch mal ein paar Schichten ausfallen lassen oder verschieben kann – zum Beispiel wenn eine Prüfung ansteht oder man in den Semesterferien verreisen oder ein Praktikum machen möchte. In solchen Fällen ist der klassische Kneipenjob zu empfehlen. Häufig arbeiten hier nur Studenten, die sich die Schichten dann untereinander aufteilen. Zusätzlicher Vorteil: Das Trinkgeld gibt es meist bar auf die Hand.

Der Nachteil an solchen Jobs ist, dass sie einen nur wenig für das spätere Berufsleben als Akademiker qualifizieren. Zwar rechnen viele Arbeitgeber ihren Bewerbern Tätigkeiten im Service positiv an – doch wer das ganze Studium hindurch nur gekellnert hat, wird es bei der Bewerbung schwerer haben als ein Absolvent mit Erfahrung in einer Firma der angestrebten Branche.

Wer also schon weiß, welchen Beruf er ergreifen möchte, sollte schon bei der Nebenjobwahl sein Ziel vor Augen haben. Ob als Bürohilfe in einer Anwaltskanzlei, als Kabelträger beim Fernsehen oder als Produkttester in einem Lebensmittelkonzern – in fast allen Berufsbereichen gibt es Jobs für Studenten, die den Lebenslauf aufwerten. Vieles, was man hier lernen kann, wird an der Uni nicht vermittelt.

Wer schnell viel Geld braucht, noch keinen Studienplatz hat, ins Ausland möchte oder erfahren hat, dass die geplante Ausbildung erst in einigen Monaten beginnt, kann blockweise arbeiten. Auf Messen lässt sich binnen Wochen viel Geld verdienen und als Reiseleiter oder Animateur kann man im Ausland nicht nur eine Fremdsprache lernen, sondern auch soziale Fähigkeiten trainieren – zum Beispiel als Betreuer von Jugendgruppen, als Sportlehrer oder als Sprachkursleiter.

Viele Firmen, Verlage und Institutionen oder Institute bieten bezahlte Praktika an. Bis zu 800 Euro im Monat kann man dabei verdienen. Für Abiturienten, die noch nicht wissen, was sie werden wollen, können Praktika eine Entscheidungshilfe sein – selbst wenn sie ihnen aufzeigen, welchen Beruf sie auf gar keinen Fall ergreifen möchten. Wer einen Studienplatz hat, kann auch nach einer Hiwi-Stelle suchen – als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Diese Stellen gibt es aber meist erst nach dem zweiten Semester.

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