Zeitung Heute : Was Not tut, ist eine Organisationsform, die allein dem Auftrag des Senders dient (Kommentar)

Joachim Huber

Die Deutsche Welle gibt sich eine Zukunft. Nach dem bisherigen Wehklagen der Senderspitze über die Sparvorgaben aus dem Staatsministerium für Medien und Kultur ist ein umfassendes, ein seriöses und ein durchdachtes Konzeptpapier vorgelegt worden. Ein Papier mit Grausamkeiten, gewiss, müssen doch etliche feste und freie Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze räumen. Eine Beschäftigungs- und Auffanggesellschaft soll für neue Jobs sorgen, größere Erfolge sind dabei nicht unwahrscheinlich - der Medienbereich gilt als Wachstumsbranche. Unter dem Sparzwang muss die Deutsche Welle ihre Programmleistungen neu sortieren. Ein Teil der Anstrengungen ist schlicht eine späte Angleichung gestriger Strukturen an die Welt von heute. Wenn "Auslandsradio für Länder ohne Informationsfreiheit" - richtigerweise - als eine Schwerpunktaufgabe formuliert wird, können Programme für Tschechien, Slowakei oder Ungarn aufgegeben werden zugunsten verstärkter Ausstrahlung auf dem Balkan.

Goethe-Institut und Inter Nationes werden fusionieren. Die Deutsche Welle sucht die Zusammenarbeit mit Deutschlandradio und dem ARD-Hörfunk für ein schlagkräftiges DW Radio, mit den Fernsehsystemen von ARD und ZDF für ein attraktives DW tv. Da steckt eine Menge jener berühmt-berüchtigten Synergie-Effekte drin. Was Not tut, ist eine Organisationsform, die allein dem Auftrag des Senders dient, zur Außendarstellung Deutschlands einen bestmöglichen Beitrag zu leisten. Erst dann würde vertretbar, wenn der Steuerzahler zusätzlich als Gebührenzahler zur Finanzierung einer deutschen Welle für die weite Welt zwangsverpflichtet würde.

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