Zeitung Heute : Was Sie über die neue Rentensteuer wissen müssen

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Die Bundesregierung musste die Besteuerung der Alterseinkünfte neu ordnen, weil sie dazu vom Bundesverfassungsgericht aufgefordert worden ist. In ihrem Urteil vom März 2002 hatten die Richter die steuerliche Ungleichbehandlung von gesetzlichen Renten und Pensionen bemängelt. Derzeit werden SozialversicherungsRenten bei ihrer Auszahlung nur mit dem Ertragsanteil besteuert. Dieser liegt bei einem Renteneintritt mit 65 Jahren bei 27 Prozent, bei Rentenbeginn mit 60 Jahren sind es 32 Prozent der Rente. Pensionen unterliegen dagegen – abzüglich bestimmter Freibeträge – voll der Steuerpflicht.

SYSTEMWECHSEL

Die Regierung hat das Verfassungsgerichts-Urteil zum Anlass genommen, ab dem 1. Januar 2005 die Besteuerung der Renten der Regelung bei den Pensionen anzupassen. Auch die Renten werden wie die Pensionen nachgelagert , also bei ihrer Auszahlung besteuert. Bis der Übergang abgeschlossen ist, vergehen jedoch 35 Jahre. Ein Großteil der heutigen Rentner ist von den Veränderungen daher nicht betroffen.

SONDERAUSGABENABZUG

Beitragszahler werden entlastet. Ab dem 1. Januar 2005 können Rentenbeiträge stärker als bisher als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Von den Gesamtbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung, landwirtschaftlichen Alterskasse, berufsständischen Versorgungswerken und bestimmten, eng umgrenzten privaten Rentenversicherungen (Rürup-Rente) wird zunächst ein Anteil von 60 Prozent von der Besteuerung freigestellt, maximal 12 000 Euro. Die Freistellung und die damit verbundene Entlastung der Beitragszahler steigt dann bis zum Jahr 2025 jährlich um zwei Punkte auf 100 Prozent, maximal 20 000 Euro.

Rürup-Rente: Beiträge zu Gunsten einer privaten Leibrentenversicherung (Rürup-Rente) werden nur dann gefördert, wenn die Versicherung folgende Voraussetzung erfüllt: Die Anwartschaften dürfen nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sein. Außerdem darf die Rente frühestens mit 60 als monatliche Leibrente ausgezahlt werden.

Kapitallebensversicherungen: Beiträge zu Lebensversicherungen, die nach dem 31. Dezember 2004 abgeschlossen werden, sind nicht mehr absetzbar, Beiträge zu Altverträgen aber schon.

Riester-Rente: Der bisherige Sonderausgabenabzug für Beiträge zur Riester-Rente bleibt – für Alt- und Neuverträge.

ERTRAGSBESTEUERUNG

Auszahlungen der gesetzlichen Rente unterliegen von 2005 an zunächst zu 50 Prozent der Besteuerung. Der Rentenfreibetrag von 50 Prozent ist ein fester Eurobetrag und bleibt dem Steuerzahler bis zum Ende erhalten. Der steuerpflichtige Teil der Rente erhöht sich schrittweise für die nachfolgenden Rentnerjahrgänge. Die volle Besteuerung trifft aber erst die Rentner, die 2040 neu in den Ruhestand gehen. Im nächsten Jahr bleiben Alleinstehende, die insgesamt 18 900 Euro im Jahr an Einnahmen haben, weiterhin steuerfrei.

KAPITALLEBENSVERSICHERUNGEN

Bisher sind die Erträge steuerfrei, wenn der Vertrag mindestens über zwölf Jahre läuft. Dieses Steuerprivileg wird bei Neuverträgen, die nach dem 31. Dezember 2004 abgeschlossen werden, abgebaut. Dann müssen die Gewinne zur Hälfte versteuert werden, wenn die Policen mindestens zwölf Jahre lang laufen und die Auszahlung nicht vor dem 60. Lebensjahr erfolgt. Andernfalls müssen die Gewinne voll versteuert werden.

RIESTER-RENTE

Für die private Altersvorsorge mit der staatlich geförderten Riester-Rente werden ab 2006 künftig einheitliche Tarife für Männer und Frauen vorgeschrieben. Zudem wird das Verfahren, mit dem man die staatlichen Zulagen beantragt, vereinfacht. Ab 2005 reicht nur noch ein einmaliger Antrag aus.

BETRIEBSRENTEN

Für die steuerfreie Umwandlung von Lohnanteilen in Beiträge zur betrieblichen Vorsorge gilt derzeit eine Obergrenze von 2472 Euro. Beiträge vom Arbeitgeber für Direktversicherungen und Pensionskassen können zudem bis zu 1752 Euro im Jahr pauschal mit 20 Prozent versteuert werden. Das fällt künftig weg. Dafür wird die Entgeltumwandlung um 1800 auf 4270 Euro aufgestockt.

FREIBETRÄGE

Der Altersentlastungsbetrag für Arbeitnehmer und der Versorgungsfreibetrag für Beamte werden schrittweise bis zum Jahr 2040 abgeschmolzen. hej

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