Zeitung Heute : Was solidarisch geblieben ist

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DER RIVALE

Donald Tusk , Chef der polnischen Opposition, hatte zur Blütezeit der Solidarnosc in seiner Heimatstadt Danzig noch Seite an Seite mit Lech Kaczynski gestritten. Doch im Wahlkampf 2005 wurden sie zu erbitterten Rivalen. Zum endgültigen Bruch kam es nach den Wahlen: Die von Jaroslaw Kaczynski geführte PiS bildete nicht, wie zuvor vereinbart, mit Tusks PO ein Regierungsbündnis, sondern

mit den nationalistischen Populisten.

DER FÖRDERER UND GEGNER

Lech Walesa hat seinen Sieg bei Polens ersten Präsidentschaftswahlen auch Jaroslaw Kaczynski zu verdanken. Zum Lohn ernannte Walesa ihn 1990 zum Kanzleichef und seinen Bruder Lech zum Nationalen Sicherheitsberater. Doch nach Machtkämpfen in der Präsidialkanzlei überwarfen sich die Brüder mit ihrem Förderer. Heute hat Walesa für sie kein gutes Wort mehr übrig. Sie könnten „nur destabilisieren“, sagt er. „Wir werden kaum nachkommen, die Trümmer einzusammeln, die sie hinterlassen.“

DIE MUTTER

Jadwiga Kaczynska habe wie kein anderer ihr Leben geprägt, sagen die Söhne Lech und Jaroslaw. Als Sanitäterin hatte sie im Sommer 1944 am Warschauer Aufstand gegen die deutschen Besatzer teilgenommen. Nach dem Krieg arbeitete die aus einer Adelsfamilie stammende Literaturwissenschaftlerin an Polens Akademie der Wissenschaften. Seit ihr jüngerer Sohn Lech 1971 zum Jurastudium nach Danzig zog, lebt die Professorin mit Sohn Jaroslaw zusammen. Empört reagierten die Zwillinge auf eine spöttische Bemerkung über das Zusammenleben von Mutter und Sohn in einem Artikel der „taz“ – auf ihre Mutter lassen sie nichts kommen.

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