Zeitung Heute : Was wir vom Ausland lernen können

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„Reisen bildet“, sagt der Volksmund und hat damit mehr denn je Recht: Auf der Suche nach Wegen aus der Bildungsmisere ist es offenbar sinnvoll, nicht nur nach Schul-Vorbildern in der eigenen Umgebung zu suchen, sondern sich auch in anderen Ländern umzusehen. Zwischen Australien, Kanada und Großbritannien tun sich erstaunliche Schul-Dinge, und immer waren es Krisensituationen ,

in denen das Neue, Bessere entstanden ist. Erst mit diesem Blick nach außen gewinnt man ein Gefühl für die Möglichkeiten, die auch Deutschland hätte – etwa beim elektronischen

Lernen . Erst dann versteht man, warum die gefürchteten Pisa-Ranglisten so aussehen und nicht anders.

Und man stellt fest, dass es sogar ohne Finnland geht, wenn man über den bildungspolitischen Tellerrand gucken und Nachahmenswertes finden will. Spannend ist der Blick ins Ausland, wenn man sich Projekte ansieht, die Deutschland inzwischen übernommen hat. Schulinspektionen etwa. Unser Bericht aus London zeigt, dass die zahmen Inspekteure, die sich in Niedersachsen oder Berlin inzwischen umsehen dürfen, nur wenig gemein haben mit den gefürchteten Kollegen in England, die sogar Schulen schließen lassen können.

Eine weitere Reformidee wurde inzwischen nach Deutschland importiert: Ferien-Sprachcamps für Migranten-

kinder. Beeindruckend die Akribie, mit der Wissenschaftler Bremer Erfahrungen auswerteten. Sie beweisen, was Kinder erreichen können, wenn sie das sechswöchige Nichtstun im Sommer unterbrechen.

Sie stellten aber auch fest, dass der Vorsprung verloren geht, wenn die Schule wieder losgeht und sich der Deutschunterricht nicht an den

Erfordernissen der ausländischen Kinder orientiert. Und schließlich gilt eines für alle: Dass alle Reformen nichts bringen ohne pädagogischen Optimismus. sve

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