Zeitung Heute : Was wo zur Wahl steht

Die Landtagswahlen 2004 im Osten Deutschlands

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Thüringen: Das Bundesland wählt am 13. Juni seinen neuen Landtag, und es ist keineswegs sicher, ob Ministerpräsident Dieter Althaus die absolute Mehrheit seines Vorgängers Bernhard Vogel wird halten können. Immerhin liegt die CDU in Umfragen deutlich vorn. Auch gelang es dem jungen Ministerpräsidenten, sein Land auch nach dem Rücktritt des starken Vorgängers im Gespräch zu halten. Die bundespolitische Bedeutung ließ nicht nach, wie befürchtet worden war. Althaus hat das Erbe Vogels professionell angetreten, vor allem, was seine Darstellung in den Medien angeht. Rund um den Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat im vergangenen Winter machte er von sich reden.

Für die Sozialdemokraten kämpft ForschungsStaatssekretär Christoph Matschie an der Spitze. Das schlechte Ansehen seiner Partei dürfte auch den Wahlkampf in Thüringen belasten. Sollte Althaus keine absolute Mehrheit erringen, wäre eine große Koalition denkbar. Die bisherigen Umfragen räumen erstmals auch den Grünen eine Chance für den Einzug in den Landtag ein. Für die FDP wird es spannend, ob sie nach dem Erfolg in Sachsen-Anhalt in Erfurt bei den Wählern punkten kann.

Ergebnis der Wahl 1999

PDS: 21,3 %

SPD: 18,5 %

CDU: 51 %

Sachsen:

Für Ministerpräsident Georg Milbradt wird die Landtagswahl am 19. September zum Test. Erstmals muss er tatsächlich vor den Wählern bestehen, nachdem er vor drei Jahren den damaligen Landesvater Kurt Biedenkopf abgelöst hat. Im Moment kann sich Milbradt entspannt zurücklehnen. In den Umfragen liegt die CDU in Sachsen deutlich über der 50-Prozent-Marke. Die SPD verfügt außerdem über keinen charismatischen Gegenkandidaten. So verzichtete Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee auf die Spitzenkandidatur. Der Fraktionschef Thomas Jurk ist weniger angesehen.

Ergebnis der Wahl 1999

PDS: 22 %

SPD: 10,7 %

CDU: 56,9 %

Brandenburg:

Vor dem Wahltermin am 19. September fürchtet sich Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) vermutlich schon. Zwar ist der Politiker in den neuen Bundesländern beliebt, aber der Bundestrend könnte ihm die Wahl verhageln. Andererseits könnte Platzeck von derselben Konstellation wie in Bremen profitieren. So gilt die große Koalition mit der CDU als eigenständig. Als Alternative würde sich die PDS anbieten. Im Jahr 1999 hatte sich die Parteibasis jedoch mit großer Mehrheit gegen ein solches Bündnis ausgesprochen. Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hofft, mit seiner Partei die SPD überrunden zu können. In den Umfragewerten gelangt die CDU gefährlich nahe an die SPD heran.

Ergebnis der Wahl 1999

PDS: 23,3 %

SPD: 39,3 %

CDU: 26,5 %

DVU: 5,3 %

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