Zeitung Heute : Was Worte wert sind

Corinna Visser

Seit Jahren kennen die Preise fürs Telefonieren nur eine Richtung – nach unten. Das hat vor allem zwei Gründe: Erstens wird die Technik zum Betrieb der Netze immer billiger und zweitens sorgt der Wettbewerb dafür, dass die Unternehmen diese Preisvorteile auch an die Verbraucher weitergeben. Das Statistische Bundesamt erhebt jeden Monat die Preise und hat auch am Mittwoch wieder bekannt gegeben: Vor allem Gespräche im Festnetz sind billiger geworden. Für Ortsgespräche zahlten die Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr 6,3 Prozent weniger, für Ferngespräche acht Prozent. Was die Statistiker seit Monaten aber ebenfalls beobachten: Während die Preise für Gespräche sinken, steigen die Anschluss- und Grundgebühren kräftig – im Vergleich zum Juni 2003 um 8,8 Prozent. Das liegt daran, dass die Deutsche Telekom, bei der immer noch mehr als 90 Prozent der Kunden ihren Anschluss haben, versucht, die Kunden enger an sich zu binden. Gegen höhere Grundgebühren kann man dann sogar zum Teil kostenlos telefonieren. Über die Grundgebühren will die Telekom ihre Einnahmen stabilisieren, über billige Gespräche verhindern, dass Kunden die Angebote der Wettbewerber nutzen. Auch die Mobilfunkanbieter versuchen immer mehr, Minuten im Paket zu verkaufen, damit die Kunden öfter das Handy als den Festnetzanschluss nutzen.

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