Zeitung Heute : Was Zinsen bringt

Auch ohne Risiko sind vier Prozent Rendite drin

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Bundesschatzbriefe sind spießig? Und Sparbücher nur etwas für Sicherheitsfanatiker? Keineswegs: Experten raten jedem Anleger, zumindest einen Teil seines Vermögens in einem sicheren Hafen zu parken. Schließlich haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass auf die Börse nicht immer Verlass ist. Anlageformen, die nahezu hundertprozentige Sicherheit bieten, sind daher beliebter denn je.

Besonders gilt das für Tagesgeldkonten. Hier ist das Geld werktäglich verfügbar, Liquiditätssorgen muss man sich also nicht machen. Das lohnt sich vor allem in Zeiten unsicherer Zinsen – bei Änderungen können Tagesgelder sofort in günstigere Anlageformen umgeschichtet werden. Allerdings sollte man sich nicht von jedem Werbeangebot locken lassen: Die versprochenen Zinsen gibt es oft erst ab einer Mindesteinlage – und manchmal auch nur bis zu einem Höchstbetrag. Laut FMHFinanzberatung ist der rentabelste Anbieter derzeit WPH Driver Bengsch, hier gibt es für die ersten 25 000 Euro vier Prozent Zinsen. Der Branchendurchschnitt liegt bei 1,83 Prozent.

Nach wie vor angesagt ist auch das gute alte Sparbuch. Denn hier sind keine Mindestanlagebeträge vorgeschrieben. Allerdings gilt bei Sparbüchern meist eine Kündigungsfrist von drei Monaten, Anleger können also immer nur über Teilbeträge ihres Ersparten verfügen. Das günstigste Angebot bietet laut FMH die Postbank, bei der Kunden noch bis 31. Januar 2005 für Spareinlagen ab 5000 Euro drei Prozent Zinsen bekommen. Bei der BMW-Bank gibt es sogar ab dem ersten Euro drei Prozent, allerdings nur bei reinem Online-Banking.

Für Anleger, die auf Liquidität nicht angewiesen sind, kommen auch Festgelder in Frage. Wie der Name sagt, ist die Anlagesumme für eine bestimmte Zeit fest angelegt, üblich sind drei bis neun Monate. Das lohnt sich, wenn man größere Summen zwischenparken möchte, zum Beispiel, um damit später eine Immobilie zu finanzieren. Allerdings: Beim Festgeld sind auch die Zinsen festgeschrieben, von steigenden Sätzen können Anleger also nicht profitieren. Für eine Laufzeit von sechs Monaten kommt die PSD-Bank Berlin-Brandenburg laut FMH mit einer Rendite von 2,6 Prozent auf Platz eins. Der Durchschnitt aller Anbieter liegt bei 1,72 Prozent.

Ein Klassiker der Sicherheit ist der Bundesschatzbrief. Experten empfehlen die Staatstitel vor allem älteren Anlegern, aber auch jüngere sollten in ihrem Depot stets ein paar „Schätzchen“ haben. Es gibt zwei Typen von Bundesschatzbriefen: Typ A hat eine Laufzeit von sechs Jahren, wobei die Zinsen stets ausgeschüttet werden. FMH zufolge beträgt die Rendite 3,15 Prozent. Typ B hingegen hat eine Laufzeit von sieben Jahren. Die Zinsen werden einbehalten, so dass Anleger vom Zinseszinseffekt profitieren. Dadurch kommt man auf eine Rendite von 3,46 Prozent. awm

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