Zeitung Heute : Wasser, Landwirtschaft, Gesundheit

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Auf welche Lebensbereiche wird sich der Klimawandel auswirken?

Wasser: Der Klimawandel hat dramatische Auswirkungen auf die weltweite Wasserversorgung. Schon heute müssen etwa 1,1 Milliarden Menschen ohne sauberes Trinkwasser auskommen. Rund 2,6 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Ihr Abwasser versickert in kleinen Gräben, die sich durch Slums oder ländliche Gebiete ziehen – und oft spielen Kinder in diesen Kloaken.

In ihren Milleniumszielen hatten die Vereinten Nationen beschlossen, bis 2015 die Zahl der Menschen, die ohne sicheres Trinkwasser und sanitäre Anlagen auskommen müssen, zu halbieren. Doch dieses Ziel wird angesichts der bereits eingetretenen Klimaänderungen kaum noch zu schaffen sein. Selbst im günstigsten Fall wird sich die Zahl der Menschen, die unter dramatischer Wasserknappheit leiden, um eine bis vier Milliarden vergrößern. Dazu müsste es gelingen, den globalen Anstieg der Durchschnittstemperatur auf zwei Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung zu begrenzen (gerechnet wird mit der Durchschnittstemperatur zwischen 1750 und 1850).

Sollte es noch wärmer werden, würde die Zahl der Menschen ohne Trinkwasserzugang noch einmal ansteigen. Hauptgrund für diese dramatische Entwicklung ist das Schmelzen der Gletscher. Die afrikanischen Gletscher werden bereits Mitte dieses Jahrhunderts verschwunden sein. Und die der Anden sind bei einem Anstieg der Temperatur um zwei Grad nicht mehr zu retten. Zunächst bedeutet das für die Menschen in den Tälern eine erhöhte Überschwemmungsgefahr, weil mehr Wasser abfließt. Langfristig führt es zu einem dramatischen Mangel, weil die Flüsse weniger Wasser führen werden.

Landwirtschaft: In vielen Regionen der Erde werden die Ernten geringer. Dürren lassen die Pflanzen schon vor der Ernte verdorren. In anderen Regionen könnte es dagegen für einige Jahrzehnte sogar bessere Ernten geben – vor allem in den gemäßigten Breiten. Dennoch dürfte das Ergebnis mehr Hunger, vor allem in Afrika südlich der Sahara, sein.

Gesundheit: Mit dem Klimawandel breiten sich Krankheiten wie Malaria und das Dengue-Fieber aus. Auch Erkrankungen als Folge schlechter Sanitärversorgung werden wohl häufiger vorkommen. Allein in Afrika wird die Zahl der durch Malaria gefährdeten Menschen von 40 Millionen auf 80 Millionen steigen. Im Norden müssen sich die Menschen auf mehr Hitzewellen einrichten, die dem Herz-Kreislauf-System zusetzen. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) weist darauf hin, dass das vor allem für alternde Gesellschaften Folgen haben kann.

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