• Web-Firmen zieht es in die Hinterhöfe – Tech-Firmen in die Gründerzentren Die Hauptstadt hat noch viel Platz für Gründer und wachsende Unternehmen

Zeitung Heute : Web-Firmen zieht es in die Hinterhöfe – Tech-Firmen in die Gründerzentren Die Hauptstadt hat noch viel Platz für Gründer und wachsende Unternehmen

„Places to be“
„Places to be“Foto: dpa-tmn

MY BOO]Für Start-ups ist Berlin nach wie vor ein idealer Standort. Hier treffen sich nicht nur die Kreativen, Techies, Inkubatoren und Investoren aus aller Welt im Café Oberholz oder zu verschiedenen Messen, hier finden sie vor allem bezahlbare Flächen, um ihre neuen Geschäftsideen in die Tat umzusetzen. Erst gestern hatten Gründer wieder Grund zum Feiern: MY BOO]Das Charlottenburger Innovations-Centrum (CHIC) feierte Richtfest. Das CHIC befindet sich im ehemaligen Gerling-Haus an der Charlottenburger Bismarckstraße des Campus von Technischer Universität und Universität der Künste Berlin. Ab dem zweiten Quartal 2014 werden in dem vollständig sanierten Zentrum mehr als 5000 Quadratmeter Fläche für Start-up-Unternehmen zur Verfügung stehen.

/MY BOO]Das breite Angebot an Räumlichkeiten in der Stadt – vom Einzeltisch in einem Co-Working-Space bis zur eigenen Fabriketage – überzeugt viele Gründer, sich für Berlin zu entscheiden. So hat etwa die Plattform Startupbootcamp herausgefunden, dass in Berlin im Vergleich zu London und San Francisco – neben Berlin die beiden Hotspots für Gründer – nicht nur die Wohnungsmieten, Lebenshaltungskosten und das Bier, sondern auch die Büromieten mit durchschnittlich 264 Euro pro m² pro Jahr am günstigsten sind, Kiezflair inklusive. Entscheidend ist eben das ganze Ökosystem bei der Standortwahl.

„Jedes Start-up-Unternehmen muss sich im Klaren darüber sein, welches Umfeld für seine wirtschaftliche Tätigkeit optimal ist“, sagt Jörg Nolte, Sprecher von Berlin Partner. Da ein typisches Merkmal der Berliner Wirtschaft die Cluster sind, in denen sich bestimmte Unternehmen aus einer Branche in bestimmten Stadtteilen gruppieren, findet man zum Beispiel die modische und musikalische Kreativszene in den Gewerbehöfen und - zentren in Friedrichshain-Kreuzberg und Prenzlauer Berg mit Tendenz nach Mitte. „Die Kreativszene der Games Industry tendiert mehr nach Mitte an der Grenze zu Kreuzberg und Prenzlauer Berg, während die technologisch orientierte Szene sicherlich in Adlershof gut aufgehoben ist“, so Nolte und fügt hinzu, dass sich Start-ups, die die Nähe suchen zu den Studienangeboten der Hochschulen und Forschungseinrichtungen zwischen TU oder UdK und dem Heinrich-Hertz-Institut bzw. dem Fraunhofer Institut für Produktionstechnik IPK in Kombination mit der Nähe zur City West gerne im Campus Charlottenburg ansiedeln. Dort werde gerade aufgrund der großen Nachfrage das Charlottenburger Innovations- und Gründer-Centrum (CHIC) ausgebaut. Weil die begehrten Flächen in den angesagten Start-up-Kiezen rund um die Torstraße und Schönhauser Allee – auch als Silicon Alley bekannt – schon vermietet sind bzw. weil die Mieten in den letzten Jahren dort ziemlich in die Höhe geschossen sind, entwickeln sich neue Standorte. Einer davon ist Schöneweide, das mit zahlreichen jungen Unternehmen im Bereich Wissenschaft, Technik und Kreativwirtschaft aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Laut Nolte suchen sich dort Start-ups aus den Branchen Design, Bekleidungstechnik/Konfektion, Game Design und Industrial Design geeignete Flächen.

Als gewachsener Stadtteil, der seit einigen Jahren von jungen, kreativen Unternehmen geprägt wird, hat Schöneweide noch einiges an Flächenpotenzialen, die laut Thomas Niemeyer vom Regionalmanagement Schöneweide „noch nicht gehoben sind“. Der Preis hänge von der Art und Größe der Flächen ab. „Unsanierte Bestandsbüros gibt es ab 4 Euro pro m². Es ist manchmal erstaunlich, was junge Firmen aus solchen Flächen machen“, so Niemeyer. „Schicker und mit modernem Standard im denkmalgeschützten Altbau geht es ab 7 Euro los. Im 20 000m² großen Technologie- und Gründerzentrum Spreeknie kosten Büros, Labore und Werkstätten 6 bis 7 Euro pro m² und die Start-ups erhalten professionellen Support in allen gründerrelevanten Fragen.“

Schöneweide hat ähnlich wie Charlottenburg und Adlershof mit der HTW eine internationale Hochschule als Magnet für junge Menschen aus aller Welt, darunter auch über 400 Künstler. „Der Stadtteil ist ziemlich international“, sagt Niemeyer. „Auch die Softfacts sind wichtig. Nicht nur für Start-ups ist eine inspirierende Umgebung wichtig, die Lage an der allgegenwärtigen Spree, die vorbeiziehenden Schiffe, Strandbars und die riesigen denkmalgeschützten Hallen und Fabriketagen der alten AEG und die Menschen geben Schöneweide das einmalige Flair.“ Außerdem ist das Regionalmanagement bemüht, mit Standortpartnern über Synergien und eine entsprechende Infrastruktur Ansiedlungsschwerpunkte zu entwickeln, so zum Beispiel in den Bereichen Game Design, Informationstechnologie, Energietechnik, Restauration und Kreativwirtschaft.

Viele Start-ups benötigen in der Anfangsphase aber meist keine großen Flächen, oft reicht ein Büro oder ein Schreibtisch. „Daher sind die Technologie- und Gründerzentren in Berlin eine erste Anlaufadresse“, sagt Jörg Nolte und verweist auf die Website des Business Location Centers, wo die verschiedenen Innovationsparks und Günderzentren vorgestellt werden. Hier können sich auch Unternehmen informieren, die auf Flächenexpansionskurs sind. /MY BOO]Tong-Jin Smith

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