Zeitung Heute : Weg vom Luxus

Auf den Spuren der Mayas

Barbara Hübner

„Man kommt ins Nachdenken,“sagt Petra Zenker, „und fragt sich: Warum brauche ich den ganzen Luxus, diesen ganzen Ballast überhaupt?“ Die 40-jährige Finanz-Managerin beim Computerhersteller Hewlett Packard in Böblingen ist ein Jahr lang mit dem Rucksack durch Süd- und Mittelamerika gereist. Sie gönnte sich nach fast zwanzigjähriger Firmenzugehörigkeit ein Sabbat-Jahr. Möglich wurde es durch eine Regelung, die den HP-Mitarbeitern erlaubt, sich über mehrere Jahre hinweg freie Tage auf einem Urlaubskonto anzusparen.

Zunächst besuchte Zenker eine Sprachschule in Guatemala, um dann auf eigene Faust die Galapagos-Inseln, Maya-Ruinen und auch Wasserfälle zu erwandern. Bewusst habe sie sich gegen einen Luxusurlaub entschieden, sagt Zenker: „Ich wollte Land und Leute, die Kultur kennenlernen.“

Auf ihren Wunsch nach einer Auszeit habe ihr Arbeitgeber sehr positiv reagiert. „Es wurde jemand mit Zeitvertrag eingestellt.“ Toll sei auch gewesen, dass sie danach eine neue Aufgabe bekommen habe, wobei die Eingruppierung dieselbe blieb. Rückblickend sagt Zenker: „Ich habe also in jedem Fall profitiert.“ Unter anderem auch, weil sie eine andere Sicht bekommen habe: „Wenn man so viel Armut gesehen hat, schätzt man, dass es uns hier in Deutschland doch eigentlich gut geht.“ So kann sie sich vorstellen, wieder ein Sabbatical zu machen, „und sei es erst in zehn Jahren."

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