WEGBEGLEITER : Dreimal Karl

DER VORSITZENDE

Karl Lehmann

hat eine ganze Generation jüngerer Bischöfe geprägt, auch Reinhard Marx. Bei der Amtseinführung in München hielt der Mainzer Kardinal die Laudatio auf den neuen Erzbischof und prophezeite ihm, er werde mit seiner Offenheit und Lebensfreude, seiner Bodenhaftung und Menschlichkeit auch als Westfale schnell einen Zugang zu den Menschen in Bayern finden.

DAS VORBILD

Karol Wojtyla, der polnische Papst Johannes Paul II., war seine große Leitfigur – sozial progressiv, moralisch konservativ, sowie als Mensch lebensnah, humorvoll und fromm. Der verstorbene Papst war als junger Mann Schauspieler und immer gerne unter Menschen. Er berief Marx 1998 in sein erstes römisches Amt als Teilnehmer der Asiensynode. Und er ernannte ihn 2002 zum Bischof von Trier.

DER KONTRAST

Mit Karl Marx ist er nicht verwandt – auch wenn er mit der Namensgleichheit gerne kokettiert. „Ich heiße Marx, nicht Karl, sondern Reinhard, bin trotzdem wohl der einzige Marxist in diesem Kreis“, soll er sich bei einer Bischofssynode in Rom vorgestellt haben. Im Augenblick brütet er über einer Neuauflage von „Das Kapital“, frei nach dem berühmten Werk seines Namensvetters aus Trier. In der sozialethischen Streitschrift, die Pfingsten erscheinen soll, will der katholische Marx seine Sicht der Dinge darlegen. In ihrem Aussehen zumindest nähern sich der Erzbischof und der berühmte Revolutionär inzwischen an. Der gläubige Reinhard ließ sich einen Bart wachsen, wenn auch nicht einen so wallenden wie der klassenkämpferische Karl. M.G.

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