WEGBEGLEITER : Freund, Feind, Parteifreund

DER FREUND

Er ist ihm treu. „Auf jeden Fall“ müsse Gerhard Schröder sich wieder in den Wahlkampf einbringen, hat Müntefering vor einem halben Jahr gefordert. Und jüngst wünschte er sich öffentlich Schröder als Kanzler zurück. Schröder beschreibt die Beziehung zu seinem Nachfolger als Parteivorsitzender in seinen Memoiren: „Ein solch enges Verhältnis habe ich im politischen Leben zu niemand anderem je entwickeln können.“ Sie kämpften für die Agenda 2010, gegen große Widerstände in der Partei. Das verbindet.

DER FEIND

Als er am 25. November 2008 nach 38 Jahren aus der SPD austrat, war das nur noch der formale Schritt. Entfernt hatte sich Wolfgang Clement schon früher von seiner Partei – und dem Vorsitzenden Müntefering, dem er nach dem Abgang „Gier auf Macht“ hinterherrief. Müntefering hatte den ihm unbequemen – wirtschaftsfreundlichen – Clement da bereits mit Oskar Lafontaine verglichen. Dass Schröder und Müntefering Clement nicht einweihten, als sie Neuwahlen 2005 planten und den Parteivorsitz tauschten, hat Clement ihnen nie verziehen. Galt er doch zeitweise selbst als Nachfolger von Schröder.

DIE LIEBLINGSGEGNER

Im Nachhinein scheint es fast so, als ob Müntefering die Finanzkrise kommen sah. Sein im April 2005 getätigter Vergleich von Finanzinvestoren mit Heuschrecken, die über Unternehmen herfielen, sie abgrasten und dann weiterzögen, traf trotz Kritik offenbar ins Schwarze: Der Begriff hat bis heute überdauert.

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